Stahl
Ob bei HKM oder tksE – jetzt dranbleiben!
Der folgende Artikel der Redaktion HKM Duisburg und tkSE Hamborn / Beekerwerth ist in der aktuellen Extra-Ausgabe der Zeitung von Kollegen für Kollegen im Stahlbereich, „Stahlkocher“, erschienen. Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert:
1000 Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Standorten, davon ca. 800 HKMler, streikten vor der Aktionärsversammlung von ThyssenKrupp in Bochum. Es war eine kämpferische Stimmung und sie stärkte den gemeinsamen konzernweiten Kampf gegen López und Russwurm. Unsere Azubis waren vorne dran: „Wir machen eine Ausbildung und wollen danach auch bei HKM arbeiten!“ „Zukunft statt Kündigung“ wurde auf unseren IG-Metall-Schildern getragen. Für die Zukunft der Jugend kann nur heißen: Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz!
Mit mehreren Warnstreiks wurde jetzt genug gewarnt. Für einen unbefristeten Streik, bis die Pläne vom Tisch sind!
Am Freitag genehmigte sich die Aktionärsversammlung eine Dividendenausschüttung von 93 Millionen und López eine Gehaltserhöhung von 47 Prozent! Dafür haben wir uns krummgelegt! Wir sollen auf Lohn verzichten, länger und flexibler arbeiten und die Zukunft unserer Jugend verkaufen. ThyssenKrupp lehnt doch jede Verhandlung ab. Sie wollen die Schließung von HKM. Das will auch Jindal, und so zögert sich der Kauf vom Stahlbereich von ThyssenKrupp hinaus. Er will zu den 11 000 noch weitere 2000 bis 3000 Arbeitsplätze vernichten. Das ist der López-Plan und seine Fantastereien einer Finanzholding, alles auf unserem Rücken.
Hier stehen sich zwei Klassen mit ihren Interessen gegenüber: wir Stahlarbeiter und unsere Familien als Teil der internationalen Arbeiterklasse auf der einen und die Thyssen-Bosse mit den Großaktionären als Teil des internationalen Finanzkapitals auf der anderen Seite. Während die Konzernbosse zu jeder Zeit über die Vernichtung von tausenden von Arbeitsplätzen ganz legal entscheiden können, dürfen wir mit unserer Gewerkschaft nur im Rahmen von Tarifverhandlungen streiken? Wir wollen aber um unsere Arbeitsplätze kämpfen – mit einem Sozialtarifvertrag würden wir der Arbeitsplatzvernichtung zustimmen. Wir können und dürfen einer angeblichen „sozialverträglichen“ Vernichtung der Arbeitsplätze nicht zustimmen.
Wir brauchen ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht!
- Der Streik heute ist genau richtig. Alle Anlagen müssen stehen, die Frühschicht fängt nicht mehr an und die Mittagsschicht übernimmt den Streik!
- Wir bestimmen den Takt. Beraten und organisieren wir Pausenversammlungen und nutzen die Schichtwechsel, um unsere Forderungen aufzustellen.
- Zusammen mit unseren IG-Metall-Vertrauensleuten sind wir jetzt herausgefordert, unsere volle gewerkschaftliche Kampfkraft zu entfalten. Für eine Vertrauensleuten-Vollversammlung, wo wir entscheiden, statt abzuwarten!
- Schließen wir uns fest zusammen: die Belegschaften von HKM, von tkSE und den sogenannten Fremdfirmen – gemeinsam: Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz! Für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und für gleichwertige Ersatzarbeitsplätze!