Gesundheit
Nipah-Virus – ein glücklicherweise noch sehr seltenes Killer-Virus
Seit 1998 kommt es in Malaysia, Indien und Bangladesch immer wieder zu kleineren Ausbrüchen des Nipah-Virus. Ende Januar kam es in Indien zum bisher neunten Ausbruch. Beruhigend ist, dass es sich jeweils um eine sehr kleine Zahl von Betroffenen handelte. Das Virus wird durch unmittelbaren Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, was seine Verbreitung begrenzt. Beunruhigend sind die hohen Todesraten der Betroffenen: bei der malayischen Variante ca. 40 Prozent, bei der indischen Variante über 70 Prozent.
Das Virus ist verwandt mit Masern- und Mumpsviren, hat aber eine deutlich tödlichere Wirkung. Nach grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Husten, Erbrechen, Müdigkeit, sowie Kopf- und Halsschmerzen kommt es rasch zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis).
Das Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar, aber ursprünglich eine Zoonose, der biologische Ursprung liegt im Tierreich. Natürliche Wirte sind vor allem Flughunde. Von ihnen kann der Erreger direkt oder über Zwischenwirte wie Schweine auf den Menschen übertragen werden. Die Übertragung durch Schweine betrifft vor allem die Malaysia-Variante, die sich auch genetisch von der indischen Variante unterscheiden lässt.
Keine ursächliche Therapie, Impfung im Entwicklungsstadium
Ein spezielles Paradoxon des Virus ist bei hoher Sterblichkeit seine nur sehr geringe Ausbreitungsrate. Das hängt damit zusammen, dass ein hoher Teil der Betroffenen stirbt und damit das Virus nicht mehr weitergeben kann, und damit, dass die Übertragung einen sehr engen Kontakt von Mensch zu Mensch bzw. Tier zu Mensch voraussetzt.
Virologen sprechen von therapeutischer Ohnmacht, weil es kein wirksames Medikament gegen die Krankheit gibt und Impfungen erst im Experimentalstadium sind. Die Gefahr für Touristen gilt beim Einhalten üblicher Hygiene-Vorschriften als minimal, hoch ist das Risiko für medizinisches Personal bei der Behandlung von Betroffenen.
Eine internationale Ausbreitung ist grundsätzlich möglich, bisher aber noch nicht erkennbar. Thailand hat zur Verhinderung eines Einschleppens mit der Untersuchung von Passagieren an drei Flughäfen begonnen, die Fluggäste aus Westbengalen empfangen. Auch Nepal führt Kontrollen bei Ankünften am Flughafen Kathmandu und an anderen Grenzübergängen zu Indien durch.
Zoonosen und begonnene globale Umweltkatastrophe
Die Rheinische Post (rp online vom 4.2.26) schreibt richtig: „Das Nipah-Virus steht gleichwohl sinnbildlich für das kommende Zeitalter zoonotischer Risiken: Infektionskrankheiten, die an den Schnittstellen von Wildtier, Mensch und Umwelt entstehen. Wo tropische Wälder schrumpfen und landwirtschaftliche Nutzflächen wachsen, geraten natürliche Erregerreservoire in immer engeren Kontakt mit der menschlichen Bevölkerung.“
Die Zerstörung bisheriger natürlicher Lebensräume begünstigt das massive Artensterben wie auch das Vordringen von Tieren und Erregern bis in die Ballungsräume. In den Megacities weltweit leben inzwischen Milliarden von Menschen dicht zusammengedrängt und oft unter unsäglichen hygienischen Verhältnissen und hoher chronischer Umweltvergiftung.
Eine weitere Quelle für das Auftreten neuer gefährlicher Viren liegt in der sogenannten „Gain-of-Function“-Forschung mit genetischer Manipulation von Viren, oft auch im Zeichen der B-Waffenforschung durch imperialistische Mächte.
Auch für den Erhalt der menschlichen Gesundheit und gegen eine Welle neuer gefährlicher Erkrankungen wird der Kampf für den weltweiten Sieg des Sozialismus zur Pflicht!