Dokumentiert

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Neue Solidaritätserklärung der Betriebsgruppe am Uniklinikum Essen zum Tarifkampf

Auf ihrer Webseite hat die MLPD Essen die neueste Solidaritätserklärung ihrer Betriebsgruppe am Uniklinikum Essen veröffentlicht. Rote Fahne News dokumentiert sie.

MLPD Essen

Liebe Beschäftigte am Uniklinikum Essen, wir überbringen euch die volle Solidarität der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). Ihr macht bereits in der dritten Woche und mit immer mehr Kolleginnen und Kollegen eure Warnstreiks und gewinnt neue Gewerkschaftsmitglieder – dazu herzlichen Glückwunsch.

 

Die Eckpunkte für einen sogenannten „Einigungskorridor“, die die Ländervertreter jetzt vorgelegt haben, sind eine Frechheit! Dass sie möglichst keinen Cent mehr zahlen wollen, ist nichts Neues. Aber das schätzt nicht nur die Bedeutung und Schwere eurer Arbeit gering, sondern auch wie ihr mit der steigenden Inflation, Mieten, Energiepreisen über die Runden kommen sollt.

 

Bei Tarifverhandlungen müssen wir konsequent von den Interessen als Beschäftigte ausgehen und nicht von dem, was uns vorgejammert wird. Für die volle Durchsetzung der Forderung müsst ihr kämpfen, was wir aus ganzem Herzen unterstützen. Warum werden die Beschäftigten im Gesundheitswesen als „Kostenfaktor“ verunglimpft, und die Pharmakonzerne, Medizintechnik usw. verdienen sich dumm und dämlich? Das ist die Logik des Kapitalismus: alles für die Monopole. Für die Arbeiter einen Anteil fordern, von dem sie leben können? Wirklich unverschämt! Von dieser Logik darf man sich nicht beeinflussen lassen.

 

Deshalb: Eure Forderungen und euer Kampf passen genau in diese Zeit! Die CDU will den 8-Stunden-Tag kippen und hat jetzt der „Lifestyle-Teilzeit“ den Kampf angesagt. Die könnten gerne mal den Lifestyle einer Teilzeit-Krankenschwester hier am Uniklinikum mitmachen. Viele schaffen körperlich und psychisch keine volle Stelle. Denn zu diesem „Lifestyle“ gehören neben der enormen Arbeitsbelastung auch noch die Sorge für die Kinder und all das aufzufangen, was unterbesetzte Kitas und Schulen nicht schaffen; die Pflege von Angehörigen usw. Und wie oft begleitet einen das ungute Gefühl, dass man die Patienten wieder nicht bestmöglich versorgen konnte bis in den Schlaf. Stimmt – so ein „Lifestyle“ gehört abgeschafft!

 

In den letzten Jahrzehnten haben die Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Produktivität enorm gesteigert. Deshalb muss euch auch der dadurch errungene Fortschritt zugute kommen, so dass Zeit für Kultur, Sport und Erholung bleibt – wir wollen nicht bis ins Grab für die Profite der Superreichen und ihre Kriege schuften. Deshalb: Voller Kampf für die 7% und eure weiteren Forderungen – und lasst uns auch über gesellschaftliche Perspektiven diskutieren. Die MLPD steht genau deshalb für den echten Sozialismus. Viel Erfolg in eurem weiteren Kampf, wir sind an eurer Seite!

 

Betriebsgruppe der MLPD am Uniklinikum Essen