Zugbegleiter totgeprügelt

Zugbegleiter totgeprügelt

MLPD: Sicherheit der Bahnbeschäftigten: ja – Faschisierung: nein!

Am Montagabend wurde ein 36 Jahre alter Zugbegleiter der DB in einem Regionalexpress in der Nähe von Kaiserslautern Opfer einer brutalen Attacke:

Von ffz
MLPD: Sicherheit der Bahnbeschäftigten: ja – Faschisierung: nein!
(foto: Louis Bafrance (CC BY-SA 3.0))

Der Zugbegleiter wollte einen Schwarzfahrer, den er zuvor kontrolliert hatte, wegen des fehlenden Fahrscheins des Zugs verweisen. Der Schwarzfahrer ging mit voller Brutalität gegen den Zugbegleiter vor und prügelte ihn zusammen. Der 36-Jährige verstarb nach Angaben der Staatsanwaltschaft Zweibrücken schließlich an einer Hirnblutung, die durch „stumpfe Gewalt gegen den Kopf“ hervorgerufen wurde.


Die MLPD spricht den Angehörigen des Kollegen ihr tief empfundenes Mitgefühl und ihre volle Solidarität aus. Die Tat ist Ausdruck einer egoistisch-reakionären oder gar faschistischen Gesinnung. Diese fand hier durch Menschenverachtung in Verbindung mit Gewalt ihren Ausdruck. Der Täter gehört konsequent bestraft. 


Immer wieder – und in letzter Zeit zunehmend – erleben Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter Gewalt: sei es verbal, durch Beschimpfungen, aggressives Verhalten, Anspucken etc. – sei es, wie in diesem Fall, durch körperliche Gewalt. Das ist ein Ergebnis der Rechtsentwicklung der Gesellschaft. Durch das Propagieren von Gewalt als pauschale Lösung von Problemen, durch gewaltverherrlichende Texte in der Musik und gewaltverherrlichende Videospiele wird eine Verrohung auch unter einem Teil der Massen durch Regierung und Monopole in diesem Land vorangetrieben. Ziel ist es, die weitere Faschisierung des Staatsapparates, die zunehmende Rechtsentwicklung, die Weltkriegsvorbereitung und damit einhergehende Aufrüstung salonfähig zu machen. Dazu sollen die Massen „abgehärtet“ werden!


Wenn sich jetzt einerseits die Deutsche Bahn über zu wenig Personal mokiert und diese Gewalt richtigerweise kritisiert, dann ist das ein zweischneidiges Schwert: Es ist die auf Maximalprofit getrimmte Bahn, die nicht nur beim Netz, beim Service etc. spart, sondern die den Personalbestand so weit heruntergefahren hat, dass die Kolleginnen und Kollegen unterbesetzt "auf dem letzten Loch pfeifen". Die Bahn sollte endlich wieder so viel Personal einstellen, dass die Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter in Situationen wie diesen nicht auf sich allein gestellt sind.

 

Und wenn die Gewerkschaft der Polizei zusammen mit der für diese Entwicklung verantwortlichen Bundesregierung jetzt mehr Bundespolizei in den Zügen fordert, dann ist das genau dieser Kurs der Faschisierung des Staatsapparats, der mit zu dem furchtbaren Vorfall am Montagabend geführt hat. Deshalb: Nein zur Gewalt an Bahnbeschäftigten: auf jeden Fall! Zusätzliches Einstellen von Personal: auf jeden Fall! Weitere Faschisierung durch mehr hochgerüstete Polizei in den Zügen: auf keinen Fall!