Zalando Erfurt

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MLPD-Flugblatt trifft auf hitzige Stimmung

Freitag, 6. Februar: Die Solidaritätserklärung der MLPD Thüringen „Die Zalando-Pläne müssen vom Tisch. Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz" ging reißend weg.

Von der MLPD Sömmerda
MLPD-Flugblatt trifft auf hitzige Stimmung
Die Solidaritätserklärung der MLPD Thüringen mit den Zalando-Beschäftigten fand reißenden Absatz (rf-foto)

(Hier die Solidaritätserklärung).

 

Tags davor, anlässlich des Schließungsplans für das Erfurter Vertriebszentrum, fand eine Betriebsversammlung in Halle 3 der Erfurter Messe statt. 2700 Kolleginnen und Kollegen, dazu noch einige Hundert von „Dienstleistern", sollen im September auf die Straße gesetzt werden.

 

Buh-Rufe und Pfiffe, als die Zalando-Vertreter sprechen. Als hitzig wird die Atmosphäre beschrieben. „Eine Show ist das" sagt ein Teilnehmer. Um dieser eine höhere Weihe zu geben, war Prominenz angereist: Der thüringische Ministerpräsident Mario Voigt, seine Wirtschaftsministerin (CDU), die Sozialministerin (SPD) und Bodo Ramelow (Linke). Die Sozialministerin, Katharina Schenk, zeigte sich schockiert von den Redebeiträgen der Zalando-Geschäftsführung und verwies in ihrer Rede auf die Hilfe durch die Arbeitsagenturen.

 

Freilich sind viele der Kolleginnen und Kollegen der deutschen Sprache nicht mächtig. Unser Flugblatt schreibt, auch in Arabisch und Englisch: „Besonders betroffen sind Migranten und Geflüchtete. Sie stellen den größten Teil der Belegschaft. Bei manchen droht Abschiebung bei Verlust des Arbeitsplatzes."

 

Man muss wissen, dass die thüringische „ Brombeer-Koalition" in der deutschen Meisterschaft um Abschiebegefängnisse und Abschiebeflüge vorne mitmischt. Da ist es schon zynisch, wenn Mario Voigt auf die „Zusammenarbeit mit den verschiedenen Ausländerbehörden" verwies. Bodo Ramelow und seine Partei „Die Linke" erklären sich solidarisch mit den Beschäftigten. Sie fordern einen „guten Sozialplan" - das heißt aber, sie akzeptieren die Arbeitsplatzvernichtung.

 

Skeptisch zeigten sich die Kolleginnen und Kollegen zu den anstehenden Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung. Bei vielen Kolleginnen und Kollegen herrscht Wur und Trauer. Das muss nicht in Resignation umschlagen.

 

Unser Vorschlag, jetzt einen selbständigen Kampf vorzubereiten, statt die Arbeitsplatzvernichtung hinzunehmen, wurde da gerne aufgenommen.