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Keine Werksschließung – aber massive Arbeitsplatzvernichtung bei HKM

Heute platzte die Bombe: Bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) werden 2000 Arbeitsplätze vernichtet. Das Gros der Belegschaft verliert ihren Job!

Von ffz
Keine Werksschließung – aber massive Arbeitsplatzvernichtung bei HKM
Erst am 2. Februar standen Kolleginnen und Kollegen von HKM zum Warnstreik vor Tor 3 (rf-foto)

Diese Entwicklung kann von keinem Stahlarbeiter akzeptiert werden! Allerdings mussten die Stahlmonopole mit der Weiterführung des Werks auch auf den Druck der Kollegen reagieren. Sie wollen aktuell keine Arbeiterkämpfe in ihren Betrieben!

 

ThyssenKrupp Steel und die Salzgitter AG teilten in einer gemeinsamen Mitteilung mit: „ThyssenKrupp Steel und die Salzgitter AG haben nach intensiven Verhandlungen und unter Vermittlung des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch eine Einigung zur Fortführung der HKM erzielt.“


Aber was ist mit den Kolleginnen und Kollegen, die ihren Arbeitsplatz verlieren? Und: An jedem dieser Arbeitsplätze hängen Familien, hängen andere Arbeitsplätze in der Zulieferindustrie. Nach Informationen, die der Redaktion der Roten Fahne vorliegen, kommen täglich bis zu 1.500 Arbeiter von Fremdfirmen auf das HKM-Gelände. Real ist mit dem Verlust von 10.000 bis 15.000 Arbeitsplätzen in der Stadt und in der Region zu rechnen.

 

Sätze von ThyssenKrupp-Stahlchefin Marie Haroni, wie dieser: „Mit der Vereinbarung ist es uns gelungen, eine faire und für alle Beteiligten tragfähige Lösung zu erzielen“, sollten ihr im Hals steckenbleiben. Für die Arbeiter und ihre Familien ist das weder "tragfähig" noch "akzeptabel".

 

Dazu ein Stahlarbeiter gegenüber der Redaktion: „Dass die Hütte erhalten bleibt, sehe ich auch als Erfolg unserer Warnstreiks. Das ist auch nicht wegzudiskutieren. Aber, jetzt liegen die Karten offen auf dem Tisch. Dafür hat die Mehrheit von uns in den Warnstreiks der letzten Wochen nicht gekämpft! Wir brauchen doch die Arbeits- und Ausbildungsplätze in der ganzen Region. Sollen wir uns jetzt in einer Reihe aufstellen und abzählen: ‚Gehen‘, ‚Bleiben‘, ‚Gehen‘? Das kommt gar nicht in die Tüte. Die Belegschaft ist jetzt herausgefordert, um ihre Arbeitsplätze zu kämpfen. Das müssen wir noch beraten. Wir lassen noch von uns hören!“

Was wurde vereinbart?

Geplant ist ein Verkauf der HKM-Gesellschaftsanteile von ThyssenKrupp Steel an die Salzgitter AG zum 1. Juni 2026. Ende 2028 läuft dann die Belieferung von ThyssenKrupp Steel durch HKM aus. Bisher war das für Ende 2032 geplant. Weiter teilen die Beteiligten Monopole mit, dass diese Vereinbarung unter dem Vorbehalt der relevanten Gremien der Salzgitter AG und einer positiven Bewertung eines Fortführungsgutachtens steht. Außerdem muss auch der dritte Eigentümer von HKM, das französische Stahlmonopol Vallourec, dem Verkauf seiner Anteile an Salzgitter noch zustimmen.


Jetzt liegt es an den Kolleginnen und Kollegen – nicht nur bei HKM, sondern auch bei Thyssenkrupp – darauf eine Antwort zu geben. Ein Kollege schrieb in der kürzlich erschienenen Extra-Ausgabe der Zeitung von Kollegen für Kollegen im Stahlbereich, „Stahlkocher“: „Das ist doch unsere gemeinsame Sache. Wir halten als Stahlarbeiter zusammen!“ Das wissen die Stahlmonopole und haben zu Recht Angst vor einer solchen gemeinsamen Antwort. Die Stahlarbeiter können sich auf die MLPD verlassen.

 

Die Rote Fahne Redaktion wird weiter berichten.