Schwäbisch Hall
Kundgebung: Für Frieden in Rojava, der Freiheitswille bricht sich Bahn
150 bis 200 Menschen, vorwiegend Kurden, versammelten sich auf der großen Freitreppe vor der Kirche St. Michael. Schon 15 bis 20 Minuten vor Beginn der Kundgebung gab es laute Sprechchöre wie "Biji berxwedana Rojava!" (Es lebe der Widerstand von Rojava.)
Aufgerufen hatten das Friedensforum und der Freundeskreis Asyl Schwäbisch Hall. Dass so viele gekommen waren, zeigt eine sehr starke Mobilisierung in der kurdischen Community.
Eine kurdische Frau aus Quamischli sagte in ihrer Rede, dass sie einfach normal leben wollten, in Freiheit und Würde, und zwar die verschiedenen Nationalitäten und Religionen zusammen. Der Anmelder der Kundgebung drohte mit Abbruch, wenn nicht die Fahnen und Plakate heruntergenommen würden. Darunter war auch ein Plakat der MLPD: „Freiheit für Palästina und Kurdistan“. Widerwillig kamen einige dieser Aufforderung nach.
Das neue MLPD-Flugblatt zu Rojava, ebenso der Rundbrief der „Initiative Medizin für Rojava“, stießen auf großes Interesse. Ebenso der Beitrag von Willi Maier, Ehrenbürger von Kobanê, dem aufmerksam zugehört wurde. Er war seinerzeit Aktivist der Internationalen Brigaden der ICOR, die dort ein Gesundheitszentrum errichteten, das heute als Geburtsklinik genutzt wird. Im Oktober / November 2015 war er auf der Baustelle des Gesundheitszentrums in Kobanê, und berichtete auf der Kundgebung aus dieser Zeit über die Zerstörungen durch den IS, und über den erfolgreichen Bau der Geburtsklinik. Er rief zu noch stärkeren Protesten auf, auch gegen die deutsche Bundesregierung. Er würdigte den Kampfgeist der Bevölkerung von Kobanê und Rojava, denen wir viel zu verdanken haben. Das gab starken Applaus.
Es gibt ein großes Potential auch in einer kleinen Stadt.