Iran

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„Die Ära der Arbeitgeber und Geistlichen ist zu Ende“

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die KP Iran nachfolgende Erklärung aus der Stadt Arak. Diese iranische Stadt – ca. 280 km von Teheran entfernt – ist ein sehr bedeutendes Industriezentrum mit fast 600.000 Einwohnern in der Provinz Markazi. Es gibt nach offiziellen Angaben 2900 Groß-, Mittel- und Kleinbetriebe.

Von jg
„Die Ära der Arbeitgeber und Geistlichen ist zu Ende“
Menschen suchen unter den vom faschistischen Regime ermordeten Menschen nach Angehörigen (foto: Screenshot)

„An die Arbeiter der Provinz Markazi, an unsere Genossen in Khuzestan und an alle Menschen im Iran. Seit Jahrzehnten werden unsere Forderungen nach Brot mit Kugeln beantwortet und unsere Forderungen nach Würde mit Gefängnisstrafen. Aber heute ist das Schweigen zu Ende. Wir, die Arbeiter der Fabriken von Arak, erklären Folgendes:


Kontrolle über den Arbeitsplatz: Von nun an liegt die Leitung der Fabriken Machine Manufacturing Company, AzarAb und Wagon Pars in den Händen von Arbeiterräten, die von den Arbeitern selbst gewählt werden. Wir erkennen die vom Staat oder den Marionettengewerkschaften des Regimes ernannten Manager nicht mehr an.


Verbindung zur Gemeinschaft: Bei unserem Streik geht es nicht mehr um Löhne. Wir rufen die Bürger von Arak dazu auf, Nachbarschaftsräte zu bilden, um für Sicherheit und Logistik zu sorgen. Unsere Fabriken sind euer Schutz. Verteidigung der Soldaten: Wir rufen unsere Brüder in der Armee dazu auf: Werdet nicht zu Mördern eurer eigenen Väter. Wenn ihr euch auf unsere Seite stellt, werden unsere Räte eure Sicherheit und die eurer Familien garantieren.


Ultimatum an das Regime: Jeder Versuch, gewaltsam in die Industriekomplexe einzudringen oder unsere Vertreter zu verhaften, wird als Kriegserklärung an die gesamte Stadt betrachtet. Wenn auch nur ein Tropfen Arbeiterblut vergossen wird, werden die Flammen des Aufstands keine Spur von Macht zurücklassen.
Wir sind nicht nur wegen ausstehender Löhne hier. Wir sind hier, um zu entscheiden, wie diese Fabrik und dieses Land geführt werden müssen. Die Ära der Arbeitgeber und Geistlichen ist zu Ende. Alle Macht den Räten! 11. Januar 2026“

 

Diese Erklärung und Entwicklung in Arak ist von größter Bedeutung. Sie zeigt die entstehende Organisiertheit der Arbeiterklasse in dieser Provinz – mitten in der blutigsten Unterdrückung durch das iranisch-faschistische Regime. Und sie ist ein Signal zur Formierung des organisierten Widerstands durch die Arbeiterklasse und im Interesse der Arbeiter, Frauen, und Jugend. Gegen Versuche des Missbrauchs der Rebellion durch bürgerliche und reaktionärste, monarchistische und faschistische Kräfte. Diese Entwicklung ist ein Beitrag zum Aufbau einer landesweiten Koordinierung und Führung unausweichlich kommender Aufstände. Die Rote Fahne und Rote Fahne News werden weiter über diese Entwicklung berichten.

 

In einer gemeinsamen Erklärung von fünf Organisationen¹ des Kooperationsrates der iranischen Linken und kommunistischen Kräfte wird das Vorgehen der Regierung als „allgemeines Massaker“ gekennzeichnet. Und: „Was die Mörder der islamischen Republik dem aufständischen Volk des Iran am 8. und am 9. Januar 2026 angetan haben, geht weit über alle bisherigen Repressionen und Massaker hinaus, die die islamistischen Herrscher in den letzten 47 Jahren verübt haben.“


Sie benennen die Zahlen nach HRANA und anderen Menschenrechtsorganisationen: zwischen 5000 und mehr als 20.000 Tote, die Zahl der Verhafteten auf mehrere Zehntausend. Sie entlarven die Lüge der Aussetzung und Verschiebung von Hinrichtungen. Es gibt glaubhafte Berichte aus dem Iran, dass auf obersten Befehl des geistlichen Führers Khamenei die geheimen Hinrichtungen zur offiziellen Staatspolitik gemacht wurden. Sie rufen dazu auf: „Nieder mit dem kapitalistischen Regime der islamistischen Republik! Es lebe die Freiheit, es lebe der Sozialismus!“ (25. Januar 26)