Griechische Küstenwache ermordet Flüchtlinge
Chios: „Die Menschen wurden getötet, es gab keine Ertrunkenen“
Vor der griechischen Insel Chios starben mindestens 15 Menschen - Flüchtlinge, in einem überladenen Schlauchboot. Nach Vermissten wird gesucht. Die Verlautbarungen der Behörden und Medienberichte sprechen von einer Kollision - ein Boot der griechischen Küstenwoche sei mit dem Schlauchboot kollidiert. Überlebende und Autopsieberichte sprechen eine andere Sprache.
Das war keine Kollision - das war Mord! Die 15 getöteten Flüchtlinge sind nicht ertrunken, sie wurden mit voller Absicht ermordet!
„Wir fuhren mit dem Boot sehr langsam. Es war überladen. Wir befanden uns sehr nahe an der Küste", berichtet einer der Flüchtlinge, die überlebt haben. 25 Menschen werden in Krankenhäusern behandelt. „Plötzlich leuchtete vor uns ein riesiger Scheinwerfer auf. Es gab kein akustisches Signal oder etwas anderes. Das Boot der Küstenwache nahm sofort Fahrt auf und fuhr über uns hinweg. Die Menschen wurden getötet, es gab keine Ertrunkenen.“
Sie starben an Schädel-Hirn-Traumata und anderen schweren Verletzungen. Angeblich wollte das Schlachboot der Flüchtlinge das Patrouillenboot der Küstenwache rammen. Das Patrouillenboot zeigte keine einzige Schramme, das Schlauchboot aber ist verschwunden. Wie auch hätte ein primitives Schlauchboot ein hochgerüstetes Schiff der Küstenwache rammen wollen. Es gibt nur eine Erklärung: Das Patrouillenboot fuhr in voller Absicht und mit hoher Geschwindigkeit über das Boot mit den Flüchtlingen hinweg. Sieben Männer, sechs Frauen - davon zwei Schwangere, deren ungeborene Kinder starben - und elf Minderjährige kamen in Krankenhäuser auf Chios und auf das Festland. Sie sind dem Talibanregime in Afghanistan entflohen, 15 von ihnen fanden den Tod.
Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis erklärte in eiskaltem Zynismus: "Die Küstenwache ist kein Empfangskomitee". Warum ist das Schlauchboot der Flüchtlinge verschwunden und warum war die - gesetzlich vorgeschriebene - Kamera am Schiff der Küstenwache ausgeschaltet? Selbst nach dem internationalen Seerecht, auf das sich die Regierung Mitsotakis so scheinheilig beruft, ist das Abfangen von Flüchtlingsbooten nicht zulässig. Sie sind in Gefahr, da sie keine Flagge, keine schiffssteuernde Besatzung, keine Rettungsausrüstung haben. Der einzig akzeptable Ansatz ist der der Rettung. Die Verantwortlichen schweigen, aber sie sind schnell und haben sofort einen Marokkaner als Schleußer "entlarvt" und verhaftet. Der faschistische griechische Minister für Flüchtlingsfragen Plevris gratulierte der Küstenwache und bedankte sich! Das ist der Gipfel der Verrohung und Menschenverachtung, der bisherige Höhepunkt einer inzwischen faschistischen Flüchtlingspolitik Griechenlands und der EU.
Die antifaschistische Bewegung von Chios organisierte am gleichen Abend eine Demonstration: "Schluss mit den tödlichen Pushbacks!" Die griechischen Regierungen und die EU haben die Ägäis in einen Flüchtlingsfriedhof verwandelt.
Keine weiteren Morde an Flüchtlingen in der Ägäis!
Offene Grenzen für Flüchtlinge!
Asyl und Unterkunft für Flüchtlinge!
Solidarität und gemeinsamer Kampf der Völker, Frieden, Freiheit, Internationalismus!
Der Hafen füllte sich mit Kerzenlichtern. Am nächsten Abend versammelte sich eine große Menschenmenge auf dem Syntagma Platz in Athen. Sie hielten Transparente mit der Aufschrift „„Regierung, EU, Frontex, ihr mordet”, „Faschist Plevris, Hände weg von den Migranten“.