Solidarität

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Tübingen: BiJi Rojava!

„Biji Rojava!“ Das und viele andere kurdische Parolen schallten am 25. Januar unüberhörbar ab 18 Uhr durch die Altstadt von Tübingen. Dem kurzfristigen Kundgebungsaufruf folgten nach unserer Schätzung ca. 300 Menschen.

Von einer Korrespondentin

Viele Junge, viele Familien mit entsprechend gekleideten Kindern, ein Meer von Fahnen aller möglichen, v.a. kurdischen Organisationen. MLPD-Fahne und Plakat-Schild waren natürlich auch dabei. Es sprachen viele und riefen eindringlich zur Solidarität mit der erneut bedrohten und angegriffenen Region Kobanê auf. Vor allem die kurdische Frauenbewegung meldete sich selbstbewusst und mit ihren Einschätzungen zu Wort.


Zwei eindrucksvolle Berichte schickten Frauen, die mit anderen sofort nach Rojava aufgebrochen sind, um die Bevölkerung bei ihrem Kampf gegen die faschistische sog. Nationale Armee Syriens und deren IS-Kämpfer vor Ort zu unterstützen. Für diese „Karawane“ wurde geworben. Die feste Entschlossenheit, Kobanê zu verteidigen, brach sich immer wieder in lauten kurdischen Parolen Bahn. Etwa 30 Prozent waren deutsche Beteiligte; sie waren meist jung.


Wir verteilten Erklärungen des ZK und der United Front, 70 Stück waren in sieben Minuten weg. Sie wurden gerne genommen; wir hatten viel zu wenige. Manche bedankten sich für die Solidarität. Diskussionen mit den Leuten waren schwierig – wegen der Lautstärke der anhaltenden Parolen und den ca. sieben Rednerinnen und Redner.


Es war ein buntes Bild, es wurde noch getanzt und sich verbrüdert. Die Reden propagierten den entschlossenen Kampf um Rojava. „Terrorist Erdogan“, die Waffenlieferungen und das Nichteingreifen der europäischen Regierungen wurden scharf kritisiert. Es wurde aufgezeigt, dass das demokratische Modell Rojava angegriffen und vernichtet werden soll, weil es Vorbildcharakter hat – auch wegen des solidarischen Zusammenlebens verschiedener Ethnien. Der Imperialismus von EU, Türkei usw., die allgemeine Weltlage und ‒ Kriegsgefahr oder das Beispiel Gaza kamen eher nicht vor. Aufgerufen wurde zu einer Zusammenarbeit in einer (örtlichen?) Gruppe, die sich bilden will.