Schwäbisch Gmünd

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Trotzkisten bei Bosch: Nur Karrierismus und Spaltung!

Ende Januar 2026 verteilte die trotzkistische „Sozialistische Gleichheitspartei (SGP)“ ein Flugblatt mit der Überschrift. „Bosch in Schwäbisch Gmünd: Verteidigt die innerbetriebliche Opposition gegen den IG-Metall-Apparat! Baut unabhängige Aktionskomitees auf!“

Von ako

In typisch trotzkistischer Manier hat sie nur Spaltung im Programm. Nicht die Kapitalisten, in diesem Fall das internationale Übermonopol der Autozulieferung Bosch, sondern die Gewerkschaft der Metallerinnen und Metaller soll an den Abbau-Plänen der Monopole schuld sein. So schreiben sie: „Gleichzeitig muss das Aktionskomitee beginnen, den Kampf gegen die IGM und zur Verteidigung ihrer Arbeitsplätze auszudehnen. … Seit 2017 hatten IG Metall und Betriebsrat in mehreren Vereinbarungen beschlossen, die Beschäftigtenzahl in Schwäbisch Gmünd bis Ende 2026 auf 2.850 Stellen herunterzufahren.“

 

Aha, die IG Metall und der Betriebsrat „beschließen“ den Arbeitsplatzabbau – es würde sich nicht lohnen, auf diesen Blödsinn einzugehen, wenn er nicht für Verwirrung sorgen würde. Mit ihrem Aufruf, „den Kampf gegen die IG Metall bewusst (zu) entwickeln“, spielen sie sogar dem faschistischen „Zentrum“ in die Hände, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Einfluss der IG Metall bei den Betriebsratswahlen zu halbieren. 

 

Seit Jahren kämpft die Bosch-Belegschaft, nicht nur in Schwäbisch Gmünd, um Erhalt der Arbeits- und Ausbildungsplätze. Die Auto- und Zuliefermonopole wollen die Krisenlasten auf die Arbeiterklasse abwälzen. Dabei geht es zum einen um billige Arbeitskräfte, auch darum, staatliche Subventionen abzugreifen und – in China, direkt am Markt anwesend zu sein. Aber mit Verlagerungen in Länder mit faschistischer Regierung, wie zum Beispiel Orban in Ungarn, setzen die Monopole auch darauf, dass Gewerkschaften schwach sind und Arbeiterrechte unterdrückt werden. Mit ihrem Aufruf, die IG Metall zu bekämpfen, leisten die Trotzkisten den Monopolen Schützenhilfe.

 

Das kommt heraus, wenn Karrierismus und Sucht zur Selbstdarstellung einen Arbeiter ergreifen. Mustafa Simsek, den die Trotzkisten als Kopf der Liste „Freie Metaller“ hofieren, hatte noch vor Wochen in der Lokalpresse von 200 Kolleginnen und Kollegen gesprochen, die seine Liste unterstützen würden. Angeblich, so Simsek, hätte er sie nicht dazu aufgerufen, aus der IG Metall auszutreten. Jetzt gibt er sich dafür her, die IG Metall zu bekämpfen. Ist jetzt sein Selbststolz verletzt, weil er keine ordentliche Liste zur Betriebsratswahl aufstellen konnte, sondern sich durch ständige Umbenennungen und Neubesetzungen der Liste selbst disqualifiziert hat? Wenn Simsek dem bisherigen Betriebsratsvorsitzenden Bellomo „Karrierismus“ und „Unterdrückung“ vorwirft, so ist das eine Kritik auf Grundlage von Karrierismus.

 

Klassenbewusste Arbeiter und die MLPD schlagen dagegen vor, den gemeinsamen Kampf um Arbeits- und Ausbildungsplätze, die Erweiterung unserer Arbeiterrechte und den internationalen Zusammenschluss der Arbeiter in den Mittelpunkt bei der Betriebsratswahl und darüber hinaus zu stellen und allen Karrieristen und Spaltern und dem faschistischen Zentrum eine klare Absage zu erteilen. Es ist brechtigt und notwendig, die Klassenzusammenarbeitspolitik von Gewerkschaftsführungen zu kritisieren. Dabei ist es vom Arbeiterstandpunkt aus unabdingbar, sich für die Einheit und die Stärkung der Gewerkschaften auf der Grundlage des Kampfes einzusetzen.