Stellantis / Opel

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Stellantis-Vorstand und Bundesregierung unter Druck – gehen wir zum Angriff über!

Der folgende Artikel ist in der aktuellen Ausgabe der gemeinsamen Zeitung von Kollegen für Kollegen aller Opel-Werke und Zulieferer in Deutschland, „Der Blitz“, erschienen. Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert:

Aus der Kollegenzeitung „Der Blitz“

Wir lagen völlig richtig mit der Extra-Ausgabe am 4. November: Stellantis plant einen nie da gewesenen Kahlschlag in Europa! Seitdem verging kaum eine Woche ohne neue Schließungspläne und Massenentlassungen in den Werken Poissy, Termoli, Melfi und zuletzt in Tychy. Aber die ersten Streiks und Demonstrationen unserer französischen und italienischen Kollegen, der Protest der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc und auch die Protestversammlungen Anfang November in Rüsselsheim, Eisenach und Bochum haben den Konzernvorstand in die Defensive gebracht.


Auf der Rüsselsheimer Betriebsversammlung herrschte Stillschweigen der Manager. Bei der Aussprache sind sie aus der Halle geflohen. Kein Wort von ihnen zu kritischen Beiträgen der Kollegen, kein Wort über eine Astra-Nachfolgeproduktion. Wie jämmerlich!


Offensichtlich hat das Management von „oben“ einen Maulkorb verpasst bekommen. Daraus spricht die reine Angst, sich mit der ganzen Belegschaft in Europa gleichzeitig anzulegen!


Stattdessen Beschwichtigung: „Keine Werksschließungen in 2026“, verkündete der neue Europa-Chef Capellani. Heißt jetzt im Klartext: Die Schließungen werden jetzt vorbereitet und sollen in ein oder zwei Jahren umgesetzt werden. Wir sollen abwarten, bis im Mai / Juni der Restrukturierungsplan steht. Aber wir brauchen Arbeit und Brot auch über 2029 hinaus! Was wir heute bei Stellantis, VW, Ford oder Mercedes erleben, ist eine neue Qualität der Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland und Europa. Unsere Familien, unsere Kommunen und Arbeitsplätze sollen geopfert werden – im Krisenchaos: für den neuen Wirtschaftskrieg faschistischer Regierungen in den USA oder in China, für die Vernichtungsschlacht der Autokonzerne im Umbau zur Elektromobilität, für die immer schärfere Ausbeutung unserer Arbeitskraft! Im Auftrag des Kapitals attackiert uns auch die Bundesregierung von Merz und Klingbeil: Arbeitszeitverlängerung, Anhebung des Renteneintrittsalters, Jagd auf Kranke – kein Tag ohne neue Angriffe auf uns, unter freundlicher Mithilfe ultrarechter Stimmungsmache in der „Bild“-Zeitung.

 

Im globalen Krisenchaos sollen wir uns hinter „unsere“ Monopole und Regierungen in Europa stellen, die Aufrüstung bezahlen und unsere Jugend in den Krieg schicken. Aber die Regierung ist hart angeschlagen, ihre Zustimmungswerte ein Jahr nach der Bundestagswahl sind unterirdisch. Wir haben keinen Grund, die Verunsicherung von Stellantis-Managern oder Kanzler Merz nicht entschlossen auszunutzen: Voll in die Offensive, bevor ihre Pläne offen auf dem Tisch liegen oder umgesetzt sind!

 

Aber wer kämpfen will, muss genau wissen, wer Freund und wer Feind ist: Der Vorschlag für einen internationalen Aktionstag bei Stellantis, wie er auf der 3. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz (IAC) in Indien beraten wurde, ist genau richtig. Internationale Solidarität und Kampfeinheit sind unser stärkster Trumpf. Keine Chance für Parolen wie „Unser Werk“ oder „Unser Land zuerst“!


Für diese nationalistische Spaltung im Interesse deutscher Kapitalisten steht vor allem die faschistische AfD: kein Wort der Kritik von ihr an Kahlschlag und Lohnabbau, stattdessen Spaltung und Hetze gegen die IG Metall, gegen linke und fortschrittliche Kräfte gegen gigantische Kollegen. Wohin das führt, kann heute jeder in Trumps USA sehen.


Arbeitereinheit gegen die faschistische Gefahr, Kampf für unsere Klasseninteressen auch über den Tag hinaus: Der Kapitalismus / Imperialismus führt die Menschheit in den Untergang. Die Alternative des echten Sozialismus muss heute nach oben auf die Tagesordnung!