Achtung Spitzel!

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MLPD warnt vor Polizei-Denunziant Kevin Degler

Gegen die Bespitzelungsmethoden des Inlandsgeheimdienstes „Verfassungsschutz“ hatte Gabi Fechtner, die Vorsitzende der MLPD, beim Verfassungsschutz NRW Auskunft darüber eingeklagt, was an „Erkenntnissen“ über sie gespeichert ist.

Von pw
MLPD warnt vor Polizei-Denunziant Kevin Degler
Gabi Fechtner (hier auf dem Sommercamp-Workshop 2025) stellte 2022 auf dem REBELL-Sommercamp diese Broschüre vor, die sie zusammen mit Stefan Engel und Monika Gärtner-Engel herausgegeben hat (rf-foto/Fotomontage:RF)

Mit wichtigtuerischem Unterton teilte der Verfassungsschutz dann am 25. Juni 2025, zwei Tage vor einem Termin beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, mit, gegen Gabi Fechtner sei bereits 2022 wegen „öffentlicher Aufforderung zu Straftaten“ strafrechtlich ermittelt worden. Von dieser „Information“ hatte sie selbst noch nie (!) etwas gehört. Allen Verfassungsschutzämtern und Staatsschutzabteilungen der Polizei ist sie wiederum bereits lange zugänglich, da in der NADIS-Datei „Nachrichtendienstliches Informationssystem“ gespeichert.


Inzwischen ist klar, dass die Kriminalisierung und Diffamierung von Gabi Fechtner auf unwahren Beschuldigungen des Denunzianten Kevin Degler beruht. Dieser kommt aus Bottrop. Er hatte zeitweise am Sommercamp des Jugendverbands REBELL im Jahr 2022 teilgenommen. Dort fand eine öffentliche Diskussionsrunde mit Gabi Fechtner zum Ukraine-Krieg statt. Kurz darauf verließ Kevin Degler das Sommercamp und fuhr angeblich wegen einer Nussallergie nach Hause. Tatsächlich eilte er zur Polizei im nahegelegenen Sonneberg.

Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems

Gabi Fechtner stellte 2022 auf dem REBELL-Sommercamp diese Broschüre vor

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Mit interaktiven Anmerkungen

Gabi Fechtner hatte völlig korrekt und legal zum aktiven Widerstand gegen die Weltkriegsgefahr aufgefordert. Sie sagte unter anderem: „Was ist dieser aktive Widerstand, den die MLPD gegen einen Dritten Weltkrieg vorschlägt? Aktiver Widerstand unterscheidet sich qualitativ von Protesten. Im Programm der MLPD heißt es: ‚Die Entfaltung des aktiven Volkswiderstands … ist durch kämpferische Massenaktionen gegen Monopole und Staat gekennzeichnet.‘“ Sie berichtete über Beispiele, wie die Arbeiterklasse an der Spitze des aktiven Widerstands in Europa steht. So von der Weigerung italienischer Arbeiter, eine militärische Luftfracht für die Ukraine zu entladen, oder von einem Generalstreik in 70 Städten Griechenlands gegen die reaktionäre Regierung und die Kriegführung durch die NATO.


Auf der Veranstaltung ging es anhand geschichtlicher Fragen aus der Zeit gegen Ende des Ersten und Zweiten Weltkriegs besonders um den Grundsatz des revolutionären Defätismus¹ . Also dass man in einem imperialistischen Krieg für die Niederlage der eigenen Regierung eintritt. So war es in Deutschland schon einmal so, dass die SPD mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs Verrat an den Interessen der Arbeiter und des Friedens begangen hatte. Sie stimmten 1914 für die Kriegskredite, die Kaiser Wilhelm beantragt hatte und verloren ihren revolutionären Charakter. 

 

Gabi Fechtner führte aus: „Wir überspringen unsere Prinzipien nicht wie einen Schatten, sondern bleiben ihnen treu. Wir sind auf einer Linie mit Karl Liebknecht, der 1914 als einziger Reichstagsabgeordneter gegen die Kriegskredite stimmte:

  • Diesem System keinen Euro und keinen Menschen!
  • Der Hauptfeind steht im eigenen Land
  • Kampf dem Chauvinismus (als extremer Nationalismus) und der Kriegstreiberei,
  • Vorwärts zur sozialistischen Revolution!“

 

Revolutionäre Arbeiter und Soldaten hatten mit der Novemberrevolution den Ersten Weltkrieg in Deutschland beendet.

 

Dagegen behauptete der Denunziant, Gabi Fechtner habe „im Kriegsfall zu Sabotage und zu Bildung von Partisanengruppen“ aufgerufen. Er lieferte der Polizei gleich noch eine Reihe weiterer Namen angeblicher Teilnehmer am Camp, sowie dortiger Strukturen.


Im Aktenvermerk der Polizei wurde zwar auf sein „gesteigertes Mitteilungsbedürfnis“, seine „sprunghafte Erzählweise“ oder seine „Schwierigkeiten, bestehende Zusammenhänge klar zu formulieren“, hingewiesen. Dennoch wurde ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet und der Vorgang an den Verfassungsschutz gegeben. Angesichts der Haltlosigkeit der Vorwürfe lehnte das Landeskriminalamt aber weitere Ermittlungen ab. Kevin gab nicht auf: Er meldete sich am 13. Oktober 2022 nochmals telefonisch bei der Polizei Sonneberg und stellte einen völlig aus der Luft gegriffenen Zusammenhang zu zwei „Anschlägen“ auf Bahnanlagen am 8. Oktober 2022 her, wozu er Zeitungsartikel mitschickte, die nichts, aber auch gar nichts mit der MLPD oder Gabi Fechtner zu tun hatten. Am 21. Oktober 2022 wurde das Verfahren gegen Gabi Fechtner von der Staatsanwaltschaft eingestellt, weil ein „strafbares Verhalten“ nicht vorlag.

 

Selbst der Staatsanwaltschaft fiel auf, dass ein „Täter zu einer bestimmten Tat auffordern“ muss, woran es erkennbar fehlte.

 

Allerdings wurde das nur damit begründet, dass die „Tatausführung ausdrücklich vom Kriegsfall abhängig gemacht“ worden sei, der ja nicht aktuell sei – während Gabi Fechtner überhaupt nicht zu illegalen Handlungen aufgefordert hatte.

 

Trotz Einstellung des Verfahrens blieb der Vorwurf in den Dateien von Gabi Fechtner.

 

Kevin Degler war Bundeswehrsoldat und Bestatter und kommt aus Bottrop. Wir warnen öffentlich vor ihm. Ob er aus Geldgier, Profilierungssucht oder Antikommunismus Genossen der MLPD wahrheitswidrig beim Staatsapparat schwerster Straftaten bezichtigte, mag er selbst erklären.

 

Er ist auch ein notorischer Lügner. So behauptete er zwischenzeitlich, der Staatsschutz in Gelsenkirchen habe ihn vorgeladen – wegen angeblicher Taten von Gabi Fechtner, während sich jetzt herausstellt, dass er selbst zur Polizei gerannt war. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass er all das auf Geheiß des Inlandsgeheimdienstes gemacht hat. Der zahlt ja bekanntlich gerne Gelder für die Bespitzelung fortschrittlicher und revolutionärer Kräfte.

 

Ein bezeichnendes Licht fällt ohnehin auf den Verfassungsschutz, der sich nicht scheut, mit solchen Falschinformationen bis heute (!) weiter zu „arbeiten“: Nachdem ihn das Verwaltungsgericht wegen offenkundiger Unrichtigkeiten in den bisherigen „Auskünften“ zu Gabi Fechtner dazu verurteilt hatte, eine neue Auskunft zu erteilen, heißt es in der Auskunft vom 13. August 2025 jetzt wieder: „August 2022 Truckenthal Strafanzeige wegen Aufforderung zu Straftaten im Rahmen einer Rede auf dem Sommercamp der MLPD.“

 

Natürlich hat Gabi Fechtner auch gegen die neue Auskunft Klage erhoben.