Düsseldorf
„KiBiz ist Mumpitz"
„KiBiz ist Mumpitz" riefen empörte ver.di-Mitglieder aus dem Sozial- und Erziehungsdienst am gestrigen Freitag, dem 30. Januar 2026, vor dem Landtag in Düsseldorf/NRW. Eindrücklich wurde deutlich, was die pädagogischen Fachkräfte von den Vorschlägen der Landesregierung zu den Änderungen des Kinderbildungsgesetzes NRW (KiBiz) halten.
Hintergrund ist, dass es sich hier nicht um eine Verbesserung handelt. Statt wie von der Landesregierung versprochen, der seit Jahrzehnten chronisch unterfinanzierten und unter Personalnot ächzenden Kita-Landschaft mehr „Stabilität zu geben", steckt das Gegenteil drin! Dabei bringt die Landesregierung NRW es sogar fertig, die Schuld für das immer teurer werdende Kita-System nicht nur der Inflation, sondern auch den Beschäftigten zu geben wegen hoher Tarifabschlüsse. Das ist ein Schlag gegen jeden Beschäftigten in der Kita!
Wertschätzung sieht anders aus.
In den Kitas wird wertvolle pädagogische Arbeit für die Zukunft der Kinder geleistet. Die Landesregierung tritt das mit Füßen und stellt weitere Verschlechterungen für das pädagogische Personal und für die Förderung der Kinder in Aussicht. So ist eine Überbelegung bis zu vier Kindern vorgesehen. Schon jetzt ist es unter den gegebenen Bedingungen kaum möglich, den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Insbesondere bei Kindern mit erhöhten und besonderen Förderbedarfen.
Mehr Kinder bedeuten zusätzliche Belastung für die Beschäftigen und auch für die Kinder: mehr Lärm, mehr Konflikte, höhere Anforderungen, weniger Zeit, mehr Bürokratie und einen höheren Stresslevel. Die Lösung verspricht die Landesregierung mit einer „Kernbetreuungszeit von fünf Stunden mit qualifiziertem pädagogischem Personal". Weitere Stunden können Eltern dann dazu buchen. Allerdings sollen dann in Randzeiten die Kinder von weniger qualifiziertem Personal betreut werden. Unklar ist, wer damit gemeint ist! In Düsseldorf brachte es eine Erzieherin auf den Punkt: „Ich bin mit Herz und Seele Erzieherin, was in diesem Gesetz steht, geht gegen unsere Kinder".
Kitas dürfen nicht zu Verwahranstalten werden
Hier geht es nicht nur um die Sorge bezüglich der Qualität der pädagogischen Arbeit und der weiteren Verschlechterung der Arbeitsbedingungen! Es wirft auch die Frage auf nach Arbeitszeiten – was macht das qualifizierte Personal denn in den Randzeiten? Es muss Schluss sein mit der Deprofessionalisierung!
Es gibt noch mehr Kritikpunkte zu diesem neuen KiBiz. Und berechtigt kommt die Frage auf, geht es nicht um ein Gesetz, das letztlich immer weniger Geld in das Kita-System packen will, um mehr Geld in die Kriegstüchtigkeit und Infrastruktur zu stecken?
Wichtig ist jetzt, weiter aufzuklären, was die NRW-Landesregierung da treibt, den Protest von Eltern, Beschäftigten und Trägern und eine breite Solidarität zu entwickeln.
Die Zukunft unserer Kinder geht uns alle an!