Gaza

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Israel bestätigt die von der Gesundheitsbehörde in Gaza ermittelten Todeszahlen

Bis vor kurzem hatte die Netanjahu-Regierung die von der Gesundheitsbehörde in Gaza ermittelte Zahl der im Gazakrieg getöteten Palästinenserinnen und Palästinenser als Hamas-Propaganda abgetan.

Von gis

Am Freitag berichtete das israelische Nachrichtenportal Ynet, dass das dortige Militär inzwischen selbst von mindestesn 70.000 im Krieg im Gazastreifen getöteten Palästinensern ausgeht. Die Vereinten Nationen stufen die von den Gesundheitsbehörden im Gazastreifen akribisch erfassten Opferzahlen schon lange als zutreffend ein. Die Dunkelziffer ist hoch: Tausende, wenn nicht Zehntausende, werden noch unter den Trümmern der zerstörten Städte vermutet - das geben auch die israelischen Militärvertreter zu. Während die Weltöffentlichkeit seit Jahren davon ausgeht, dass die meisten palästinensischen Kriegsopfer Frauen und Kinder sind, behauptet Israel auch jetzt noch, hauptsächlich Hamas-Kämpfer getötet zu haben. 

 

Israel verstößt weiterhin immer wieder massiv gegen die Waffenruhe, die seit dem 10. Oktober 2025 besteht. Mindestens 500 Menschen wurden seither ermordet, wiederum vor allem Zivilisten, wiederum vor allem Frauen und Kinder. An der sogenannten "Yellow Line", der gelben Linie, erschießen israelische Soldaten und Soldatinnen jeden Palästinenser, der den Betonklötzen zu nahe kommt oder die Linie überquert. Palästinensische Kinder, die Brennholz sammeln wollten, starben durch israelische Gewehrsalven. Es seien Terroristen gewesen, von denen sie bedroht worden seien, behaupten die israelischen Militärs. Bauern, die zu ihren ehemaligen Häusern und ihren Olivenhainen durchdringen wollen, werden unter Beschuss genommen. Kaum ein Palästinenser geht noch über die gelbe Linie.

 

Zu Beginn der Waffenruhe kontrollierte Israel 47 Prozent der Fläche des Gazastreifens. Inzwischen sind es über 60 Prozent. Ein palästinensischer Bauer im Gaza berichtet in einer Sprachnachricht an die Süddeutsche Zeitung, dass er früher auf seinen Feldern Auberginen, Petersilie und Salat angebaut hat. Es war nicht viel, aber es reichte zu einem guten Leben. Das Haus ist jetzt zerstört, die Felder liegen brach. Heute könne er mit Glück für die fünfköpfige Familie ein Hähnchen pro Woche kaufen. „Wir sind vollständig angewiesen auf Gemeinschaftsküchen, Suppenküchen und humanitäre Organisationen, die die Lager mit Lebensmitteln versorgen.“ Aber die haben selbst nicht viel zu verteilen in Gaza, weil Israel immer noch zu wenig Hilfe ins Land lässt. Am Anfang hat Al-Agha, der palästinensische Bauer, versucht, hinter der Gelben Linie zu schauen, was von seinem alten Haus und seinem alten Leben noch übrig ist. Dreimal ist er losgezogen, beim letzten Mal wurde er mit einer israelischen Rakete beschossen, sagt er. Danach ging er nicht mehr hin.

 

Die Solidarität mit dem palästinensischen Überlebens- und Befreiungskampf steht weiterhin ganz oben auf der Agenda aller Demokraten, Antiimperialisten und Revolutionäre. Organisiert euch in der überparteilichen Organisation "Palästina muss leben"! Sammelt Spenden für das Al-Awda-Gesundheitssystem in Palästina!