Familien machen Entsetzliches mit
Iran: "Sie haben keine Angst mehr vor dem Tod"
Eine Rote-Fahne-News-Leserin hat mit einer Nachbarin gesprochen, die im Iran Verwandte hat. Sie sagte, dass diese immer nur ganz kurz telefonischen Kontakt zu ihr aufnehmen und über die aktuelle Lage berichten können.
Weiter berichtete sie:
"Unter den zehntausenden Toten sind überwiegend Jugendliche. Der Iran ist ein junges Land. Die Jugendlichen haben unter dem jetzigen Regime keine Aussicht auf einen Beruf, geschweige denn eine Ausbildung. Sie sehen keine andere Möglichkeit als zu kämpfen. Sie haben keine Angst mehr vor dem Tod.
Der Iran war früher ein sehr gebildetes Land. Die Familien opferten alles, damit ihre Kinder, auch Mädchen, eine gute Bildung bekamen. In akademischen Berufen waren 60% Frauen. Das Bildungssystem war fortschrittlich. In den Schulen wurden die Kinder gleichberechtigt unterrichtet, egal welcher Religion oder Ethnie sie angehörten, auch egal ob sie eine Beeinträchtigung hatten oder nicht. Das ist alles verschwunden.
Die „Revolutionsgarden“ gehen mit unglaublicher Grausamkeit vor. Sie sind bewusst aus verschiedenen ausländischen Gruppen zusammengesetzt, besonders Schiiten aus dem Libanon, Irak, Syrien, Pakistan oder auch Indien. Diese ausländischen Kräfte haben den Status einer Fremdenlegion. Sie töten für Geld, Aussicht auf iranische Staatsbürgerschaft u.ä. Ihnen wird gesagt, sie machten es für Gott. Damit sind alle Gräueltaten gerechtfertigt. Als Ausländer haben sie auch keine so enge Beziehung zu den Demonstranten.
Sie schießen direkt in den Kopf, in die Augen, in den Hals. Sie stürmen auch die Krankenhäuser, wo die verletzten Demonstranten versorgt werden, und erschießen sie einfach in ihren Krankenbetten. Die Ärzte und das Pflegepersonal sind absolut überfordert angesichts der vielen Verletzten und dann noch dem Blutbad in den Krankenzimmern.
Die Familien müssen Entsetzliches mitmachen, wenn sie die Leichensäcke durchsuchen nach ihren eigenen Kindern. Wenn sie sie gefunden haben, müssen sie ein „Blutgeld“ oder „Kugelgeld“ von 6.000 US-Dollar bezahlen, um die Leichen ihrer Kinder zu erhalten. Weiterhin müssen sie unterschreiben, dass sie keine rechtlichen Schritte einleiten werden.
Viele setzen jetzt die Hoffnung auf den Sohn des damaligen Schahs Mohammed Reza Pahlavi, der freie Wahlen, Demokratie und Religionsfreiheit versprochen hat. Die Mehrheit sieht das aber skeptisch. Sie befürchten, dass dieser Sohn (Reza Pahlavi) für die westlichen Imperialisten eine Art Gallionsfigur sein soll, über die sie im Iran weiter Fuß fassen können. Damit kämen sie vom Regen in die Traufe.
Das Wichtigste sei jetzt eine strikte Organisierung aller oppositionellen Kräfte.