Tarifrunde

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IG Metall lehnt berechtigt Nullrunde und Beschimpfungen der Beschäftigten als faul ab

Der Vorstand der IG Metall gibt sich kämpferisch, in einer Zeit, in der Monopolverbände und ‑politiker uns fast wöchentlich mit neuen Provokationen überziehen.

Von wb

„'Wir sind konfliktbereit bei Unternehmensstrategien, die erst Gewinne machen und dann auf Tarifflucht und Verlagerungen ins Ausland setzen', sagt Tarifvorständin Nadine Boguslawski. Eine Nullrunde oder pauschale Eingriffe in die Entgelte für die rund 3,8 Millionen Beschäftigten kämen nicht infrage.“¹


Wir wissen, warum unsere Finanzlage eine kräftige Lohnerhöhung verlangt. Da reicht ein Blick auf die Preisanzeige an den Tankstellen, den Schreiben, in denen uns die Erhöhung der Auto- und anderer Versicherungen mitgeteilt wird, oder die monatliche Mietbelastung.


Wir haben auch die Nase gestrichen voll von den Beschimpfungen aus der Ecke der Unternehmerverbände, Konzernchefs oder der Ministerin für die „Reiche“n. Deshalb hat IG-Metall-Chefin Christiane Benner recht, wenn sie sagt: „Die Beschäftigten seien frustriert, wenn ihnen in der politischen Debatte vorgeworfen werde, sie seien zu faul und zu krank. In den Betrieben herrsche eine ‚echt schwierige Stimmung‘ und eine hohe Konfliktbereitschaft.“¹


Die öffentliche Stimmungsmache soll ein Bild zeichnen, nach dem wir Arbeiter und Angestellte in der Hängematte liegen würden und von (Work-)Life-Balance träumen würden. Fragt sich nur, wer die ganze Produktion oder die Züge am Laufen hält. Oder warum VW 2025, „einen unerwartet hohen Barmittelzufluss“ von rund sechs Milliarden Euro vorweisen kann, weshalb die Nettoliquidität zum Jahresende auf mehr als 34 Milliarden Euro stieg.²

Würde eine Nullrunde Arbeitsplätze erhalten?

Diese Forderung kommt ausgerechnet von Vorständen, die derzeit in neuer Dimension Arbeitsplätze vernichten. So reagieren z. B. die Autokonzerne auf Rückgänge beim Verkauf von PKWs, weil die Leute in dieser unsicheren Situation den Neukauf zurückstellen oder die chinesische Konkurrenz ihnen davongefahren ist. Auch werden Produktionsabläufe unter anderem nach Osteuropa verlagert. So sollen Umsatzrendite und die Verschärfung der Ausbeutung der Arbeiter wieder nach oben gebracht werden. Und dazu würde eine Nullrunde passend beitragen. Nicht aber zum Erhalt der Arbeitsplätze. Im Gegenteil: Jedes Nachgeben ermuntert die Konzerne doch zu noch größeren Angriffen.

Unterstützung der Konkurrenzfähigkeit – oder Kampf um jeden Ausbildungs- und Arbeitsplatz?

Benner fordert die Kapitalseite auf, „die Deindustrialisierung des Landes zu stoppen – mit einem ‚klaren Bekenntnis gegen Verlagerungen, Standortschließungen und Kündigungen‘“. Und um diesem Appell Nachdruck zu verleihen, verweist sie darauf: „Die IG Metall … habe geliefert. … Die Beschäftigten in unseren Bereichen verzichten auf Milliardenbeträge, auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld, arbeiten länger für weniger.“³


Doch offensichtlich haben sich diese Opfer nicht ausgezahlt, wie der Personalkahlschlag zeigt. Ganz abgesehen davon, dass die IG-Metall-Führung dafür auch nicht das Mandat ihrer Mitglieder hat. Ihre neue „Initiative für Arbeit und Aufschwung“ zielt darauf ab, dass „Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften jetzt zusammen eine Zukunftsoffensive starten – damit der Industriestandort Deutschland wieder dahin kommt, wo er hingehört: an die Spitze.“³


Das geht aber nur mit der Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit, auf Kosten der Arbeiter hier und in den Ländern der Konkurrenten. Das sichert keine Arbeitsplätze, sondern nur die Profite. Die Arbeiterbewegung hat deshalb Fortschritte nur im hart geführten Kampf auf Kosten der Profite durchgesetzt. In dieser Tradition und Ökonomie der Arbeiterklasse handeln die MLPD und ihre Betriebsgruppen, wenn sie den Kampf um jeden Arbeitsplatz mit der offensiven Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, sowie um Ersatzarbeitsplätze für den Umweltschutz fördert und führt.