25. Olympische Winterspiele in Italien

25. Olympische Winterspiele in Italien

Die „nachhaltigsten Spiele aller Zeiten“?

Kommende Woche beginnen die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Sie sind der Höhepunkt der alpinen Wintersportsaison 2025/2026. Von den Wintersportfans sehnlichst erwartet, werden auch diese Winterspiele wieder verdiente Siegerinnen und Sieger aufs Podest heben.

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Die „nachhaltigsten Spiele aller Zeiten“?

Und Millionen von Zuschauern auf der ganzen Welt werden mitfiebern und sie im Geist der Völkerfreundschaft feiern. Die Spiele bringen rund 2900 Athleten aus 93 Ländern zusammen, darunter erstmals auch Sportler aus Guinea-Bissau, Benin und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Leider gibt es für die teilnehmenden Teams kein gemeinsames Dorf, was mit den großen Entfernungen zwischen den einzelnen Wettkampforten begründet wird.

 

Zum ersten Mal dabei ist das mit Spannung erwartete Skibergsteigen: Die schnelle, technisch anspruchsvoll Sportart kombiniert Aufstiege und Abfahrten im Gebirge. Neu im Programm ist außerdem der Wettkampf Dual Moguls im Freestyle-Skiing. Dabei treten jeweils zwei Athletinnen oder Athleten parallel auf einem buckligen Parcours an und zeigen waghalsige Sprünge – atemberaubend. Und erstmals gibt es bei den Skisprungwettbewerben auch für Frauen das Springen auf der Großschanze, was von den Springerinnen schon lange gefordert wurde.

Wirklich „nachhaltig“?

Bei aller berechtigten Vorfreude auf packende Wettkämpfe häuften sich schon im Vorfeld kritische Stimmen. Insbesondere am großspurigen Versprechen des IOC von den „nachhaltigsten Spiele aller Zeiten“. Demnach, so hieß es, sollten vorwiegend nur vorhandene Anlagen genutzt und kaum etwas dazu gebaut werden. Lug und Trug, wenn man jetzt die Wettkampforte betrachtet. Bislang wurden 3,5 Milliarden Euro verbaut für Anlagen, die von den Anwohnern später kaum oder gar nicht genutzt werden können und beim UNESCO–Weltnaturerbe Dolomiten bleibende Schäden hinterlassen. Eklatante Beispiele dafür gibt es viele, wie die neugebaute Bobbahn von Cortina, eine 120 Millionen teure Betonschlange oder das Biathlon-Stadion in Antholz. Statt das vorhandene und weltmeisterschaftstaugliche Stadion mit geringem Aufwand olympiatauglich zu machen, wurde für 58 Millionen Euro ein Riesenpalast aus dem Boden gestampft, inklusive einer neuen Beschneiungsanlage und einem großen Speicherteich. 2,5 Hektar Bergwald mussten dafür gefällt und gerodet werden.

 

Die Warnungen und wachsenden Kritiken von betroffenen Anwohnern, Umweltaktivisten und Wissenschaftlern wegen der langfristigen Schäden wurden von den Organisatoren in den Wind geschlagen. Erstmals darunter auch Athleten, wie die professionelle Freestyle-Skifahrerin und dreimalige Olympia-Teilnehmerin Sabrina Cakmakli. Als Aktivistin bei der gemeinnützigen Organisation „Protect Our Winters“ setzt sich für Klima- und Landschaftsschutz ein, auch wenn sie ihren Sport selbstkritisch als „Teil des Problems“ betrachtet.