Stahl

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„Auch 2026 kommt es auf uns Stahlarbeiter an!“

Der folgende Artikel der Redaktion tkSE Dortmund 1 und Duisburg Hamborn / Beeckerwerth 1 ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitung von Kollegen für Kollegen im Stahlbereich, „Stahlkocher“, erschienen.

Aus der Kollegenzeitung „Stahlkocher“

Der Jahresanfang könnte widersprüchlicher nicht sein. Der Faschist Trump überfällt Venezuela, entführt den Präsidenten und will sich Grönland unter den Nagel reißen. Skrupellos setzt er auf das „Recht des Stärkeren“. Das ist nichts anderes als das „Gesetz des Dschungels“ von Jindal, der tkSE kaufen will. Dazu passt, dass Jindal zusätzlich die Vernichtung von 2000 bis 3000 Arbeitsplätzen zu den bereits beschlossenen 11.000 fordert.


Damit fordert er, wie Lopez: die Halbierung der Belegschaft von tkSE und Reduzierung der Kapazitäten auf 6 Millionen Jahrestonnen. Lopez hat seinen Plan nie zurückgenommen. Der Stahlkocher hat von Anfang an davor gewarnt: Der Sanierungstarifvertrag ist nicht das Ende der Fahnenstange.

Was folgt daraus für uns Stahlarbeiter?


Auf keinen Fall dürfen wir bei tkSE darauf hereinfallen, den Sanierungstarifvertrag gegen Jindal zu verteidigen! Genau richtig ist der Warnstreik bei HKM. Sie blockierten am 15. und 16. Januar zu jedem Schichtwechsel die Tore. Sie wollen Klarheit über ihre Zukunft und kämpfen für den Erhalt der Arbeits- und Ausbildungsplätze. Doch auch bei HKM ist der Kampf um einen Sozialtarifvertrag eine Sackgasse. Er rettet keinen einzigen Arbeitsplatz, sondern regelt lediglich die Modalitäten der Arbeitsplatzvernichtung. "Warum sollten wir von vornherein auf 2000 Arbeitsplätze verzichten?“, fragt ein Kollege am Tor 4.


Doch was können wir machen, fragen sich Kollegen, wenn weniger Stahl verkauft wird oder Arbeitsplätze durch Umstellung auf andere Verfahren wegfallen?


Seit es Gewerkschaften gibt, haben die Arbeiterinnen und Arbeiter den Kampf um die Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich geführt! Durch die Einführung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich könnten rein rechnerisch aktuell 4500 Arbeitsplätze alleine bei tkSE erhalten werden. Für die anderen brauchen wir Ersatzarbeitsplätze bei tkSE, zum Beispiel für wirksame Sofortmaßnahmen gegen die globale Umweltkatastrophe.

 

„Das hört sich gut an, aber tkSE ist doch so gut wie pleite, woher soll das Geld kommen?“ Jahrzehntelang haben sich ThyssenKrupp und seine Vorgänger aus der Ausbeutung von Generationen von Stahlarbeitern und der Umwelt Milliarden von Profiten angeeignet. Kapital, mit dem andere Unternehmen aufgekauft und Maximalprofite erzielt wurden. So entstand auch TKMS (ThyssenKrupp Marine Systems, Anm. d. Red.), an dem heute die Aktionäre Millionen verdienen. Der Kurs der Konzern-Aktie ist im Lauf von 2025 zur Freude der Aktionäre um 300 Prozent  gestiegen. Sie profitieren durch die Umstellung auf Kriegswirtschaft durch den Rüstungskonzern TKMS. Lopez bekommt 3,4 Millionen Euro und die Aktionäre sollen eine Dividende bekommen. Erzähle also niemals den Arbeitern, es fehle an Geld.

Lassen wir uns nicht verrückt machen.


Für einen selbständigen Streik im Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz, für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und Schaffung von Ersatzarbeitsplätzen auf Kosten von tkSE! Für ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht!