Deutsche Bahn
Wollige Verspätung: Schaf legt Schnellverkehr lahm
Pendler, Geschäftsreisende und eilige Vielfahrer mussten am Samstag starke Nerven beweisen: Auf der viel befahrenen Schnellzugstrecke zwischen Frankfurt am Main und Köln kam der Bahnverkehr für über zwei Stunden nahezu zum Erliegen. Der Grund? Kein technischer Defekt, kein Stellwerksausfall – sondern ein einzelnes, äußerst entschlossenes Schaf.
Die Zugführerin informierte die Gäste, dass sie der Zentrale empfohlen habe, dass der Zug auf Sicht fahren sollte, damit beide (Schaf und Zug) langsam vorankommen! Das lehnte die zentrale DB rigoros ab.
Das Tier hatte sich offenbar spontan für einen Ausflug auf die Gleise entschieden und zeigte dabei wenig Verständnis für Fahrpläne, Taktungen oder ICE-Vorrang. Mehrere Schnellzüge der Deutschen Bahn mussten ihre Fahrt unterbrechen. Die Weiterfahrt war schlicht nicht möglich: Wo ein Schaf steht, fährt kein ICE.
Die Lage war so ernst, dass schließlich die Bundespolizei ausrücken musste. Während Reisende in den Zügen Zeit für existenzielle Fragen („Gratis Kaffee und Schokolade?“) und das dritte Bordmagazin fanden, lief vor Ort ein tierischer Polizeieinsatz. Ziel: das Schaf von der Strecke zu entfernen – möglichst ohne Verhandlungen, aber mit Geduld.
Augenzeugen berichten, das Schaf habe sich kooperativ-unkoperativ gezeigt: ruhig im Auftreten, aber fest entschlossen, seinen Standpunkt zu halten. Erst nach über zwei Stunden konnte die Strecke wieder freigegeben werden. Das Schaf verließ den Tatort unverletzt und vermutlich ohne jedes Schuldbewusstsein.
Die Deutsche Bahn sprach von einer „außergewöhnlichen Störung im Betriebsablauf“. Für viele Fahrgäste bleibt vor allem die Erkenntnis: Auf Deutschlands schnellster Strecke entscheidet am Ende manchmal nicht die Technik – sondern die Wolle.