Nord- und Ostsyrien
Verteidigt Rojava gegen die faschistischen Angriffe!
Seit dem 6. Januar greift die syrische Übergangsregierung unter ihrem islamistisch-faschistischen Anführer al-Sharaa (Muhammed al-Dscholani) die mehrheitlich kurdisch bewohnten Viertel von Aleppo an und hat von dort aus eine umfassende Offensive auf die selbstverwalteten Gebiete der Kurden im Nordosten von Syrien gestartet.
Die islamistisch-faschistischen Milizen erhielten dabei massive Unterstützung durch die Türkei und einen Freifahrtschein der USA, die mit eigenen Truppen in Syrien präsent sind. Daraufhin zogen sich die syrischen Selbstverteidigungskräfte der SDF in Richtung Kobanê und in die Provinz Heseke zurück. Das begründete der Oberkommandierende der SDF, Mazlum Abdi: "Leider war dieser Krieg von verschiedenen Seiten im Voraus geplant. Er wurde uns aufgezwungen – und so sind wir in diese Situation geraten. Es war geplant, diesen Krieg in einen inneren Konflikt zu verwandeln – in einen Bürgerkrieg. Um das zu verhindern, um weiteres sinnloses Blutvergießen und zivile Opfer zu vermeiden, haben wir uns auf eine taktische Vereinbarung verständigt."¹
Im Verlauf der Gefechte wurden von Präsident al-Sharaa immer weitere Forderungen gestellt, die auf eine Selbstentwaffnung der Kurden und die Aufgabe der Errungenschaften der kurdischen Selbstverwaltung hinauslaufen würden. Während die brutalen Angriffe liefen, verkündete al-Sharaa, dass die kurdische Sprache eine Nationalsprache wird und das kurdische Neujahrsfest Newroz ein Feiertag. Das sind aber selbstverständliche Errungenschaften, die in den kurdischen Gebieten ab 2013 erkämpft wurden, wie weitgehende demokratische Rechte, große Fortschritte in der Befreiung der Frau und ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen. Die Angriffe sind auch ein Verstoß gegen ein im März geschlossenes Abkommen, das der kurdischen Gesellschaft zusicherte, ein Teil Syriens zu sein.
International wird al-Sharaa von den westlichen Imperialisten hofiert. Während der massiven Angriffe sollte er am 20. Januar 2026 in Berlin mit Bundeskanzler Merz und Bundespräsident Steinmeier sowie weiteren Ministern und Wirtschaftsvertretern zusammentreffen (das Treffen wurde kurzfristig von der syrischen Regierung abgesagt). Die deutsche Regierung wird so Komplize im Krieg gegen die Kurden. Ebenso die EU. Während der Angriffe in Aleppo besuchte die deutsche EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen Dscholani, und sicherte Millionen an „Aufbauhilfe“ zu. Al-Sharaa telefonierte auch mit US-Präsident Donald Trump, was nahe legt, dass die Vorstöße zumindest zugelassen wurden.
Die Selbstverwaltung in Nordostsyrien hat eine Generalmobilmachung ausgerufen. Mustafa Karasu vom Exekutiven Rat der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK) rief das gesamte kurdische Volk in Syrien, in der Türkei, im Irak und im Iran, sowie im Exil auf der ganzen Welt dazu auf, Rojava zu verteidigen. Er erinnerte an die Verteidigung der Stadt Kobanê gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) 2015: "Der Sieg von Kobanê war kein isolierter Erfolg. Er war das Ergebnis einer breiten, internationalen Solidarität, getragen von allen Teilen Kurdistans, von Freund:innen und linken Kräften weltweit. Heute ist erneut ein solcher Moment gekommen."
Das ist die Perspektive, um sich gegen das imperialistische Diktat zu wehren.
Auf Kobanê konzentrieren sich auch jetzt wieder die Angriffe. Gezielt wurden auch Gefängnisse angegriffen, in denen IS-Gefangene sitzen, und ihnen die Flucht ermöglicht oder sie sogar freigelassen.
Ermuntert durch den Hauptkriegstreiber in der Welt, den US-Imperialismus, gehen immer mehr imperialistische Mächte zu offen kriegerischen Handlungen, Vertreibungen, Annexionen über. Darin reiht sich auch der maßgeblich von der Türkei betriebene Angriff auf Rojava ein.
Die MLPD ruft dazu auf, sich gemeinsam mit kurdischen und allen fortschrittlichen Kräften an Protesten zu beteiligen. Die wirklichen Verbündeten sind die internationale Arbeiter- und revolutionäre Bewegung!
- Stoppt die Angriffe des Dscholani-Regimes und der Türkei auf Rojava/Nordsyrien!
- Für die völkerrechtliche Anerkennung der demokratischen Selbstverwaltung von Nord-und Ost Syrien (DAANES)!
- Sofortige Beendigung aller wirtschaftlichen, militärischen und diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und dem islamistischen syrischen Dscholani-Regime und der faschistischen Türkei!
- Weg mit dem PKK-Verbot! Freiheit für Kurdistan!
- Keine Abschiebung demokratischer syrischer Geflüchteter!
- Abzug aller imperialistischen Truppen aus Syrien!
- Proletarier aller Länder und Unterdrückte, vereinigt euch!
- Für Frieden, Freiheit und Sozialismus!
Siehe auch Artikel von Roland Meister auch vom heutigen Tag: Kobanê erneut bedroht – Erinnerungen an 2014 werden wach – Internationale Solidarität herausgefordert