Leserbrief zur Diskussion gestellt
Trumps „Weltfriedensrat“: Schritt hin zur faschistischen Weltherrschaft?
Die Rote Fahne-Redaktion erhielt folgenden Leserbrief aus Bochum zum Artikel "Ein elendes Geschacher um die Weltherrschaft", der am 23. Januar auf Rote Fahne News erschienen ist. In diesem Artikel ging es unter anderem auch um den "Friedensrat" von Donald Trump, worauf sich der Leserbrief bezieht. Wir dokumentieren den Leserbrief und stellen ihn zur Diskussion:
... In dem Artikel wird das Projekt so bewertet, als ob Trump damit (nur) eine Alternative zur UNO schaffen wolle. Da die UNO in den letzten Jahren wenig in der Welt bewegt hat und eher als Schauplatz von Propaganda diente, wäre demnach Trumps „Friedensrat“ nicht allzu gefährlich. Der Artikel macht auf mich den Eindruck, als ob das Projekt nur aus dem Vertragstext beurteilt wurde. Das wäre ein Verstoß gegen die dialektische Methode.
Wichtige Zusammenhänge sehe ich dabei:
Trumps Methode, über die Köpfe der Länder hinweg „Friedensabkommen“ zu schließen. Mit Israel verhandelte er über die Palästinenser – die nicht am Tisch saßen. Mit Putin über die Ukraine. Der Stil wird geradezu Mode: Der NATO-Generalsekretär Rutte handelte mit Trump einen Plan für Grönland aus. Die Grönländer und Dänen kennen den genauen Plan nicht mal. Aber der Plan „gilt“ – scheinbar!
Mit militärischen Schlägen gegen Nigeria und besonders Venezuela werden die US-Vorbereitungen auf einen Weltkrieg vor allem gegen China unterstrichen. Und die Methode, Ziele auch mit Waffengewalt durchzusetzen.
Einen wichtigen Zusammenhang sehe ich auch: Trump hatte 2024 im Wahlkampf öffentlich verkündet, die Wahl sei die letzte.
Viele haben Hitler vor 1933 nicht ernsthafter bekämpft, weil sie glaubten, seine Pläne seien nur Propagandagebrüll, keiner könne so verrückt sein, „Lebensraum im Osten“ zu erobern (‚Mein Kampf‘ – 1926 veröffentlicht).
Ich hatte vor Trumps Amtsantritt auch solche Gefühle. Auch Hoffnungen, Leute würden ihn wie bei seiner ersten Amtszeit ausbremsen. Und dann schrillten bei mir Alarmglocken! Es ist ein kleinbürgerliches Gefühl, eine kleinbürgerliche Denkweise, auf „friedlichere“ Entwicklung zu hoffen, statt die Wirklichkeit nüchtern zu sehen und sich selbst für den notwendigen harten Kampf zu entscheiden und den Massen dabei entsprechend zu helfen, sich selbst zu befreien. Die Gefahr zu erkennen, kann spontan auch zu Ohnmacht, Panik usw. führen. Es erfordert die richtige Strategie und Taktik im Kampf um die Denkweise (z.B. Selbstvertrauen, Vertrauen in die Massen weltweit…) und im Kampf und der Organisiertheit usw.
Will Trump mit dem Projekt „Weltfriedensrat“ nicht vor allem einen wichtigen Schritt zur Errichtung einer faschistischen Weltherrschaft gehen?
Dabei würden die um ihn gescharten reaktionären und faschistischen Kräfte ihm als Bündnispartner dienen und eine gewisse Legitimation verschaffen. Sie haben unterschrieben, dass Trump bei allen Entscheidungen seines „Weltfriedensrates“ Vetorecht hat. Er ist also dort Alleinherrscher und das auf Lebenszeit. Und wird sich nicht damit zufrieden geben, dass die um ihn gescharten Reaktionäre und Faschisten seine Lügen in die Welt hinausposaunen. Er will auch entsprechende Taten.
Wenn die These stimmt, müssten wir nicht nur für unsere Agitation und Propaganda Schlussfolgerungen ziehen. Aber vielleicht liege ich ja in meiner Bewertung des „Weltfriedensrates“ schief.
Herzliche Grüße