Bochum

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Protest gegen Angriffe des syrischen Faschisten al-Dscholani auf Kurden

Wenn sich innerhalb weniger Stunden 300 bis 400 Leute entscheiden, an einer Kundgebung um 20.30 Uhr teilzunehmen, drückt dies berechtigte Empörung über die Angriffe auf die überwiegend von Kurdinnen und Kurden bewohnten Gebiete in Rojava – Nordsyrien – aus. Die MLPD wurde als einzige deutsche Organisation eingeladen, ein Grußwort zu halten, und erhielt gleich zu Beginn freundlichen Beifall.

Unsere volle Solidarität habt ihr! Warum überall in der Welt immer mehr Kriege? Offenkundig fühlen sich Faschisten in vielen Ländern ermutigt durch den faschistischen US-Präsidenten. Der tiefere Grund ist nicht Trumps Geisteszustand, sondern die Verschiebung der Kräfteverhältnisse zwischen allen Imperialisten. Sie wollen ihre Macht auf Kosten der Völker und ihrer Konkurrenten ausbauen. Dafür uns, die Arbeiter und Völker in Kriege hetzen. Beim ganzen Chaos hilft es, zu prüfen, welche Interessen wer verfolgt, und sich dann immer auf die Seite der Völker stellen, dann sind wir ihnen überlegen, können Kriege verhindern und dieses System überwinden.

 

Neben größerem Beifall gab es dann Diskussionen mit einigen – vielleicht einem Viertel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Warum ich ein Plakat mitgebracht hatte: „Freiheit für Kurdistan und Palästina! – MLPD“?


Palästinenser hätten bei den Angriffen auf die Kurden gejubelt und Süßigkeiten an Kinder verteilt. Das verurteilte ich selbstverständlich. Unter Palästinensern gibt es leider auch Faschisten. Ihre Logik: Wenn Erdoğan Palästinenser unterstützt, dann sind wir auf seiner Seite. Aber Erdoğan hat in Sachen Palästina nicht sein Herz für das Volk entdeckt, sondern träumt von einem „Osmanischen Reich“, in dem unter anderem Israel und Palästina (!) von der Türkei beherrscht würden. Die israelische Regierung will ebenfalls eine Vormachtstellung. Daher die Konkurrenz.

 

Die meisten verstanden diesen Standpunkt und diskutierten sachlich. Kurz vor Ende der Kundgebung zerstörte eine Gruppe von vier Leuten doch das Plakat. Und ich bekam was auf die Mütze – allerdings Küsschen von Umstehenden, die damit ihre Solidarität ausdrückten! Drei erklärten sich zum Personenschutz und boten am Ende an, mich nach Hause zu begleiten. Etwa zwanzig kamen auf mich zu, drückten mir demonstrativ die Hand oder baten um Entschuldigung. Die Organisatoren entschuldigten sich am nächsten Tag noch einmal telefonisch. Vier jüngere Teilnehmer diskutierten am Ende der Kundgebung, wollten zwar noch keinen Kontakt, verabschiedeten sich aber begeistert.