Hände weg von Rojava

Hände weg von Rojava

Kobanê erneut bedroht – Erinnerungen an 2014 werden wach – Internationale Solidarität herausgefordert

Gegenwärtig finden schwere Angriffe der islamistisch verbrämten faschistischen Milizen des sogenannten syrischen „Übergangsregimes“ mit direkter Unterstützung des türkischen Militärs auf Kobane statt.

Gegenüber dem kurdischen, christlichen (aramäischen) Volk in Rojava und der mit ihm verbündeten arabischen Bevölkerung soll Rache für die Niederlage von 2014 genommen werden. Die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) haben nach eigenen Angaben mehrere koordinierte Angriffe dieser Banden, die sowohl der syrischen Übergangsregierung als auch der Türkei unterstellt sind, abgewehrt. Immer wieder kam es dabei auch zum Einsatz türkischer Drohnen.

 

Berxwedan, ein Kommandant der kurdischen Kräfte betonte in einer aktuellen Erklärung, dass es sich nicht nur um einen militärischen Kampf handele, sondern der Widerstand und die Verteidigung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei: „Diese Phase ist nicht nur die Aufgabe der QSD, der YPG oder der YPJ. Es ist ein Kampf des ganzen Volkes.“ Er erinnerte an die historische Bedeutung von Kobanê, das 2014 zum Symbol des Widerstands gegen den faschistischen „Islamischer Staat“ (IS) wurde, und erklärte: „Kobanê ist das Land unserer Vorfahren – und wir werden es niemals verlassen.“

 

Seitens des Dscholani-Regimes und der hinter ihm stehenden imperialistischen Mächte wird dabei auch massiv zur psychologischen Kriegsführung gegriffen. So wurde behauptet, Abdi, der oberste Kommandeur der QSD habe einer 14 Punkte umfassende Kapitulationserklärung zugestimmt. Diese Nachricht wurde auch in den deutschen Medien verbreitet.

 

Farhad Şamî, Pressesprecher der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD), erklärte dazu am Dienstagmorgen gegenüber dem Sender Rûdaw zum gestrigen Besuch des QSD-Generalkommandanten Mazlum Abdi in Damaskus: „Ziel des Treffens sei es gewesen, einen politischen Ausweg im Rahmen der Einheit Syriens zu finden. Doch das Islamistenregime des selbsternannten Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa hat keine Kompromissbereitschaft gezeigt. Statt Dialog wurde uns die völlige Unterwerfung diktiert. Damaskus agiert vollständig im Interesse der Türkei. „Medienberichte, wonach Abdi Ministerposten in Aussicht gestellt worden seien oder um Bedenkzeit gebeten habe, wies er als gezielte Desinformation zurück. Der Oberkommandierende des Bündnisses habe Damaskus inzwischen wieder verlassen und sei zurück an der Spitze der Verteidigungskräfte in Rojava.

 

Er berichtete auch, dass die sogenannte syrische Übergangsregierung rund 1.500 Mitglieder des faschistischen „Islamischen Staat“ (IS) aus dem Gefängnis in Şedadê (asch-Schaddadi) freigelassen hat, darunter auch bekannte Führer des IS. „Unsere Kräfte haben sich aus der Region Şedadê zurückgezogen. Danach haben faschistische Gruppen des Regimes das Gefängnis übernommen und alle IS-Söldner befreit“, sagte Şamî. Die freigelassenen Faschisten Terroristen seien dabei, sich neu zu organisieren und gemeinsam mit den Einheiten der Übergangsregierung Angriffe auf Hesekê vorzubereiten. In Kobanê sei die Lage jedoch besonders angespannt: „Die Stadt ist faktisch umzingelt. Der Süden bei Sirîn und der Südosten bei Çelebiyê werden massiv angegriffen. Der Versorgungsweg ist gekappt. Doch unsere Kräfte haben bisher jeden Angriff abgewehrt – trotz der aktiven Aufklärungsunterstützung durch türkische Drohnen“, sagte Şamî.

 

Die kurdische Politikerin der Partei der Demokratischen Einheit (PYD) Foza Yûsif bekärftigte ebenfalls, dass das Treffen zwischen Mazlum Abdi und Ahmed al-Sharaa (Dscholani) am Montagnachmittag zu keinerlei positiven Resultaten führte. Sie erklärte gegenüber dem Narichtenportal The Amargi: „Wir werden niemals Kapitulation akzeptieren oder unsere Rechte aufgeben. Seit 15 Jahren haben wir unser Blut für Freiheit und Würde geopfert. Nun wird von uns verlangt, diese Rechte aufzugeben – wie in der Zeit des Baath-Regimes. Unsere Antwort ist klar: Das können wir nicht akzeptieren.“

 

Führende Vertreter der kurdischen Bewegung, wie Murat Karayilan und Mustafa Karasu bekräftigen in aktuellen Erklärungen den Widerstand des kurdischen Volkes und rufen zum entschlossenen Widerstand auf. Ihnen ist dabei bewußt, dass die Kräfte des kurdischen Volkes auch im Iran im Zentrum der Repression des faschistischen Regimes stehen und zugleich einprägender Teil des dortigen Widerstandes sind. Karasu und Karayilan rufen ausdrücklichh auch die internationale demokratische und revolutionäre Bewegung dazu auf, ihre Solidarität zu verstärken und erinnern an die Kraft der internationalistischen Bewegung von 2014, mit dem die faschistischen Angriffe zurückgeschlagen wurden.
Verstärken wir die Solidarität mit dem Befreiungskampf des kurdischen Volkes!

 

Hände weg von Rojava!
Proletarier aller Länder vereinigt euch! Proletarier aller Länder und Unterdrückte vereinigt euch!
Hoch die internationale Solidarität!
Für Frieden, Freiheit und Sozialismus!

 

Am Mittwoch findet eine europaweite Kundgebung in Brüssel um 11h vor dem Europaparlament statt. Aus Deutschland fahren dazu aus vielen Städten Busse nach Brüssel.