Einladung zum Großen HSP-Treffen
HSP Dortmund: Durch selbständigen Streik 16 Jahre länger Arbeit
„Am 17.12.2015 auf Mittagsschicht wurde der letzte Block bei Hoesch Spundwand und Profil gewalzt. Damit endete zum 31.12.2015 eine 103-jährige Geschichte der Spundwandproduktion in Dortmund. Es wurde die Produktion eines hochwertigen und bewährten Produkts eingestellt, das angesichts der steigenden Wasserstände und regionalen Umweltkatastrophen eigentlich dringend gesellschaftlich gebraucht wird.“
Mit diesem Begleittext laden ehemalige Kollegen des Spundwand-Walzwerkes in Dortmund zu einem „Großen HSP-Treff“ am Samstag, dem 24. Januar 2026, ab 16 Uhr in die Sportklause, Wodanstraße 26, in Dortmund Nette ein. Die Belegschaft zeichnete sich durch einen großen Zusammenhalt aus. Auch nach zehn Jahren treffen sich drei bis vier Mal im Jahr rund 30 Kollegen in abwechselnder Besetzung zum Frühschoppen im Vereinsheim eines Fußballklubs in Nette.
Im Dezmeber 2015 wurde das zu der Salzgitter AG gehörende Werk geschlossen. Dazu heißt es in dem Text der Kollegen: "Dass im Werk 2015 überhaupt noch Spundwände produziert wurden, war dem mutigen selbständigen Streik der Belegschaft vom 19.10. bis 27.10.1999 zu verdanken. Der Streik war die konsequente Antwort auf den Plan des Thyssenkrupp Vorstandes, das Werk an den Marktführer Arcelor/Mittal in Luxemburg zur „Marktbereinigung“ zu verkaufen. Dieser Streik war erfolgreich, weil jede Schicht und jede Abteilung wie eine Frau und ein Mann standen und weil er von den Familien und einer breiten Solidarität in der Bevölkerung und anderer Belegschaften unterstützt wurde.
Natürlich erfüllt die Schließung des Werkes und der Verlust von zuletzt 360 Arbeitsplätzen die Kolleginnen und Kollegen heute noch mit Wehmut, zum Teil auch mit Trauer. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass wir mit unserem Streik und unserer kämpferischer Haltung den Erhalt von rund 600 Arbeitsplätzen 16 Jahre länger gesichert haben. Das beweist: Wer kämpft, kann gewinnen, wer nicht kämpft, wird bestenfalls mit einem Sozialplan abgespeist. Wir haben aber nicht nur für unsere Arbeitsplätze gekämpft. All dies kann uns niemand nehmen. Darauf können wir und können unsere Kinder stolz sein. Das hat viele von uns zeitlebens geprägt.“
Wer im Ruhrgebiet lebt und Samstag Zeit hat, den laden die Kolleginnen und Kollegen herzlich ein.