Paris

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Erlebnisse und Eindrücke beim Gedenken an kurdische Freiheitskämpferinnen und Freiheitskämpfer

Wie alljährlich um den 9. Januar herum kamen auch dieses Jahr zwischen 10.000 und 12.000 Menschen in Paris zusammen. Sie gedachten der brutalen, faschistisch motivierten Ermordung von drei Frauen (Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez, führende Frauen des kurdischen Befreiungskampfes) im Januar 2013 bzw. der Ermordung von Eyin Goyi, einer schwer verwundeten Guerillakommandantin der YPJ aus Rojava, Mir Perwer, einem kurdischen Musiker, und des kurdischen Aktivisten Abdurrahman Kizil am 23. Dezember 2022 in Paris. Die Menge forderte die lückenlose Aufklärung und Ahndung dieser abscheulichen Verbrechen.

Korrespondenz aus Heidelberg
Erlebnisse und Eindrücke beim Gedenken an kurdische Freiheitskämpferinnen und Freiheitskämpfer
Unser Korrespondent mittendrin (rf-foto)

In allen sechs Fällen hat bis heute noch keine juristische Aufarbeitung und Bestrafung stattgefunden. (Mehr dazu hier.)


Mögen es dieses Jahr aufgrund der extremen Kälte, der prekären Verkehrslage und gleichzeitig in vielen Städten Europas stattfindenden Protestaktivitäten wegen der anhaltenden Angriffe faschistischer Kräfte auf die kurdischen Stadtviertel von Aleppo in Syrien etwas weniger Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewesen sein, aber der Entschlossenheit und dem kämpferischen Auftreten der vielen Demonstrantinnen und Demonstranten tat das keinen Abbruch. In kürzester Zeit verteilte ich alle Exemplare der ZK-Erklärung zum faschistischen Überfall von Trump auf Venezuela. Es kam dabei zu einer Reihe sehr tiefgehender Gespräche, auch durchaus kontroverser Art, aber alle mit einer positiven Streitkultur. Wie steht Ihr zu Trump, Putin, Maduro, zu China, zur Palästinafrage, zum Ukrainekrieg und was meint Ihr zum „demokratischen Konföderalismus“?


Im Kern ging es dabei vor allem um die Frage der Perspektive Sozialismus. In selten gekannter Offenheit und positiver Streitkultur wurden viele Fragen diskutiert. Und so wechselten bei der Hin- und Rückfahrt und in Paris Rote Fahne Magazine und Literatur im Wert von 68,50 Euro den Besitzer.

 

Ab ca. 10.30 Uhr bekam ich dann noch Gesellschaft von einem Mitglied der ICOR-Schwesternorganisation UPML (Union Proletarienne Marxiste-Léniniste). Auch sie war alleine dort, weil ihre Genossinnen und Genossen an Demonstrationen gegen den faschistischen Anschlag auf Young Struggle in Paris teilnahmen. Dann durfte sie erstmals als ICOR-Mitglied auf der Auftaktkundgebung sprechen. Ihre kämpferische Rede fand sehr großen Beifall und Anerkennung.

 

Teilgenommen haben außer der UPML und MLPD auch die ICOR-Organisation MLKP sowie folgende Mitgliedsorganisationen des Internationalistischen Bündnisses: BIR-KAR, Young Struggle und ATIF, YDG und AGIF. Des Weiteren eine Reihe trotzkistischer Organisationen und natürlich zahlreiche kurdische Organisationen aus Europa.