Bad Dürkheim

Bad Dürkheim

Eindrucksvoller breiter Protest gegen die AfD

Gegen den Wahlkampfauftakt der AfD mit Alice Weidel am 17. Januar hatte sich ein breites antifaschistisches Bündnis aus vielen regionalen Vereinen und Gruppen, Künstlern, den Omas gegen Rechts, Kirchenvertretern, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und Parteien in Bad Dürkheim formiert.

Korrespondenz aus Ludwigshafen

Unter dem Aufruf „Die Pfalz bleibt bunt!“ zog eine Demonstration mit 2500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vom Bahnhof Bad Dürkheim durch die Altstadt zum „Wurstmarktplatz“. Hier war das Motto: "Markt der Demokratie und Vielfalt“.


Neben Partei- und Gewerkschafts-Fahnen, auch der MLPD, waren sehr viele selbst gemalte Schilder und Regenbogen-Fahnen zu sehen. Auffallend war, dass entgegen den offiziellen, verharmlosenden Begriffen wie Rechtspopulismus oder Rechtsextremismus vielfach "Faschismus", "faschistisch" etc. verwendet wurde.


Bei Sonnenschein gab es mit musikalischer Kultur und vielen Redebeiträgen eine ausgeprägt optimistische Stimmung, mit Stolz auf das Erreichte. Die meisten Rednerinnen und Redner auf der Bühne betonten die Demokratie, in der sich jeder frei entfalten könne. Sie sprachen sich in ergreifenden Worten, Gedichten und Liedern gegen Hass, Hetze und Abschiebungen aus.


Es wurde an die faschistischen Attentate in den letzten Jahren in Deutschland erinnert – und an den Hitler-Faschismus. Die Vertreterin der Partei „Die Linke“ entwickelte eine überzeugende Kritik an der CDU, die die Brandmauer gegen rechts ganz bewusst einreißt, und lenkte den Blick auf faschistische Strukturen innerhalb der Polizei.


Der Zusammenhang zwischen der akut wachsenden faschistischen Gefahr und der weltweiten Tendenz zur Vorbereitung eines Weltkriegs ist noch wenig im Blickfeld. Die Organisatoren hatten die Befürchtung, die Teilnahme der MLPD würde Leute abschrecken und „die Breite des Bündnisses schädigen“. Dabei stieß unsere Vorstellung des echten Sozialismus als unverzichtbarer Bestandteil des Antifaschismus in einer Region, wo die MLPD noch wenig bekannt ist, auf Anerkennung und Interesse.

 

Eine besondere Bedeutung haben der Kulturbeitrag und die Rede des Frontmanns der pfälzischen Kultband "Anonyme Giddarischde". Nachdem er sich in einem Interview der Rheinpfalz klar gegen die AfD positioniert hatte, wurde er im Netz mit Hasskommentaren überschüttet: Die AfD-Anhänger waren schwer enttäuscht, weil sie darauf spekuliert hatten, die Kultband mit ihrem "Palzlied" und ihrem Hit "Pelzer derfen des" für ihren National- und Regionalchauvinismus zu vereinnahmen. Pech gehabt! Diese Lieder gehören uns Demokraten und Antifaschisten, und die Pfalz bleibt bunt! Die Pfälzer sind eine "Völkermühle" - und so sangen die Antifaschisten begeistert diese Lieder!