Berlin
1000 Menschen erklären Solidarität mit Rojava
Vor dem Bundeskanzleramt weht ein Meer von kurdischen Fahnen.
An die 1000, überwiegend kurdische Menschen, kommen zusammen, um gegen die syrische Armee und ihren islamistischen Präsidenten al-Dscholani zu protestieren. " Freiheit für Kurdistan!" "Es lebe Rojava und Kobanê!" "Hoch die internationale Solidarität!"
Al-Dscholani, ein früherer IS-Kämpfer, war von der deutschen Bundesregierung eingeladen worden. Die passenden Schilder: "Dscholani ist nicht unser Gast!" Er kam dann doch nicht, weil inzwischen ein Waffenstillstandsabkommen vereinbart worden war.
Die Stimmung war sehr kämpferisch. Manche bedankten sich bei uns von der MLPD für die Solidarität. Die meisten sind empört und machen sich große Sorgen um Rojava und um ihre Angehörigen dort. Einige kannten das ICOR-Solidaritätsprojekt in Kobanê, wo vor zehn Jahren das Krankenhaus von engagierten Brigadistinnen und Brigadisten gemeinsam mit der kurdischen Bevölkerung aufgebaut wurde. Einige wollen sich den Film darüber ansehen. Erstaunt und empört waren wir, als wir am Kundgebungsplatz Brandenburger Tor angelangten: Dort wehten vor der Rednerbühne mehrere große israelische Fahnen. Umringt, geschützt von Polizisten.
Ein Teil der Teilnehmenden rief: " Palästina, Kurdistan, Intifada überall!" Wir fragten nach: "Wie kann es sein, dass hier, wo wir für die Befreiung des kurdischen Volkes stehen, Fahnen eines imperialistischen Staates wehen, der Völkermord begeht?"
Daraufhin erfuhren wir: Viele kurdische Menschen lehnen das genau wie wir ab. Aber es gibt auch andere, die meinen, weil Israel gegen arabisch-islamistische Kräfte vorgeht, Syrien bombardiert usw., seien sie Verbündete. Es wurde hitzig diskutiert. Da gibt es sicher noch viel zu klären. Das Plakat der MLPD: "Freiheit für Kurdistan und Palästina!" ist sehr aktuell.