Kampf gegen Antisemitismus oder Kriminalisierung der Gaza-Solidarität?
Bayerische Staatsregierung beschließt Beschränkung der Nutzung öffentlicher Räume
Im Dezember 2025 beschloss die bayerische Staatsregierung aus CSU und Freien Wählern mithilfe der Stimmen von FDP, Grünen und SPD eine Änderung der Kommunalgesetze. Damit könnten die Kommunen künftig Räume für Veranstaltungen verweigern, wenn „antisemitische Inhalte oder die Billigung, Verherrlichung oder Rechtfertigung nationalsozialistischer Gewalt- und Willkürherrschaft zu erwarten sind“. Es ist davon auszugehen, dass diese Änderung von den meisten Kommunen spätestens nach den Kommunalwahlen übernommen wird. Das hört sich für jeden, der wie wir gegen Rassismus, Faschismus, Antikommunismus und Antisemitismus ist, richtig an.
Doch wie sieht die bisherige Praxis in Bayern aus:
Faschisten, wie die AfD, haben kein Problem, für ihren Landesparteitag, wie im Oktober 2025 in Greding, Hallen zu bekommen. Mit dem Potsdamer Abkommen gibt es bereits eine rechtliche Grundlage dafür, faschistische Parteien, wie die AfD zu verbieten. Die Frage ist doch: Warum wird es nicht angewendet, obwohl immer mehr Menschen das fordern? In diesem Sinne begrüßen wir auch die Proteste für ein Prüfverfahren.
Fortschrittlichen Kräften wie der Jüdischen Stimme oder vielen palästinensischen Organisationen in München werden regelmäßig, wegen angeblichem Antisemitismus, öffentliche Räume verweigert. Hier wird Kritik am Staate Israel oder am Genozid in Gaza einfach mit Antisemitismus gleichgesetzt. Damit wird der palästinensische Befreiungskampf diskreditiert und kriminalisiert.
Eine antikommunistische Steilvorlage lieferte bereits ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung von Martin Bernstein, (Ende November 2025). In einem Gemisch von Lügen, Halbwahrheiten und Wahrheiten hetzte er dagegen, dass eine Münchner Schule ihre Räume für die Veranstaltung „Gaza soll leben“ zur Verfügung stellt. (Link zum Artikel „Statement zur Absage der Veranstaltung vom 25.11 einfügen). Ein humanitäres Projekt zum Wiederaufbau eines Krankenhauses in Gaza, bei dem säkulare Kräfte im Zeichen der internationalen Solidarität zusammenarbeiten, ist wohl nicht nur Herrn Bernstein, sondern auch der bayerischen Staatsregierung ein Dorn im Auge.