Europa

Europa

Zwei Drittel der Böden mit Pestiziden belastet

Zwei Drittel der europäischen Böden sind mit Pestiziden belastet. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Uni Zürich um den Bodenökologen Marcel von der Hejden in einer aktuellen Studie.

Von hb
Zwei Drittel der Böden mit Pestiziden belastet
(foto: Josephine-v-G (CC BY-SA 4.0))

Die Belastung kommt insbesondere durch Glyphosat-Rückstände, die nicht nur aus der Landwirtschaft kommen, sondern auch von Waschmitteln, zustande. Diese haben einen massiven Einfluss auf das Bodenleben; die Biodiversität wird untergraben. Nützliche Bodenorganismen, wie Pilze, Bakterien, usw. werden geschädigt. Laut Studienleiter van der Hijden deuten die Ergebnisse darauf hin, dass „die natürliche Nährstoffversorgungsfunktion des betroffenen Bodens beeinträchtigt und zusätzliche Düngung erforderlich ist, um die Erträge aufrechtzuerhalten.“ 


Eine Win-win-Situation für die Chemie- und Kaliindustrie, für die Menschheit hingegen existenzbedrohend. „In den Bodenschichten findet unaufhörlich ihr Stoffwechsel mit den mineralischen, organischen und gasförmigen Anteilen der Lithosphäre statt … Dieser Stoffwechsel bildet eine wesentliche Grundlage allen Lebens.“ (Gesamtausgabe von Stefan Engel: "Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen“, S. 26)


In der Situation plant die EU-Kommission, dass Pflanzenschutzmittel künftig ohne regelmäßige Neuzulassungen auf den Feldern verteilt werden können. Gegen bestehende EU-Richtlinien sollen hier die Profitinteressen auf Kosten von Mensch und Natur durchgesetzt werden.


Die Gefahr ist aber noch weit größer. Eine aktuelle Studie, ebenfalls von der Uni Zürich zu PFAS, kommt zu dem Ergebnis, dass es keine Böden in der Schweiz gibt, die nicht damit belastet sind. In einem Hotspot bei Sankt Gallen, dürfen 25 Bauern ihre Milch und ihr Fleisch wegen hoher Rückstände nicht mehr verkaufen. In allen Lebensmittelkategorien, die untersucht wurden, fanden sich PFAS-Belastungen. PFAS reichert sich im Körper über die Lebensjahre immer weiter an, weshalb es auch keine unbedenklichen Grenzwerte geben kann. Der Zusammenhang mit verschiedenen Krebsarten und zahlreichen anderen Gesundheitsstörungen konnte nachgewiesen werden. Das Wissenschaftsmagazin NANO-3 Sat vom 9. Februar berichtet darüber sehr aufschlussreich.

 

Chemiearbeiter, Bauern und kritische Wissenschaftler sollten hier unbedingt zusammenarbeiten im Kampf für „Klima und Umwelt schonende ökologische Anbaumethoden. Drastische Reduzierung von Pestiziden. Sofortiges Verbot hochgefährlicher, die Biodiversität schädigender oder schwer abbaubarer Pestizide.“ (ebenda, S. 455)

 

Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen

469 Seiten

29 €

mehr Infos

Jetzt bestellen

English edition