Argument

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Was sagt eigentlich die AfD zu Grönland?

Ach, die AfD hat es auch nicht leicht. Ständig muss sie sich zu Themen verhalten, bei denen man beim besten Willen mit Schimpftiraden über Flüchtlinge, Wärmepumpen und Gender-Sprache nicht weiterkommt. Und wenn dieser Kompass fehlt, widerspricht man sich halt.

Korrespondenz

Alice Weidel empfiehlt "Gelassenheit", denn das sei ja schließlich "eine Angelegenheit zwischen Dänemark und den USA." René Aust ist anderer Meinung. Er hat wohl das Völkerrecht entdeckt und sagt: "Die Bundesregierung muss an der Seite Dänemarks stehen" und "Über die Zukunft Grönlands darf ausschließlich die Bevölkerung Grönlands und  Dänemark selbst entscheiden." 


Maximilian Krah macht dagegen kein Hehl aus seinem Verständnis für die imperialistischen Ansprüche der USA. Auf Facebook erklärt er: "Dieselbe Logik, nach der Trump in Venezuela interveniert (und damit Kuba sturmreif machte), erfordert, dass die USA die Kontrolle über Grönland übernehmen. Es ist die Monroe-Doktrin im 21. Jahrhundert. Auf Deutsch: Großraumordnung."


Kritik an einer solchen Logik, die das Selbstbestimmungsrecht der Völker einfach mit Füßen tritt, sucht man bei Krah und Weidel vergeblich. Da schimmert durch, was sie sonst so gerne hinter demokratisch oder gar friedlich klingenden Phrasen verstecken. Der AfD schwebt genau wie Trump vor, den Imperialismus von den lästigen Fesseln der bürgerlichen Demokratie und z. T. noch vorhandener Rücksicht auf das Völkerrecht zu befreien. Das ist auch ihr faschistisches Programm. 


Bei Facebook kommentiert ein User: "Träumen Krah und seine Kameraden denn wohl auch wieder von einem 'Großdeutschen Reich'"? Ein anderer schreibt treffend: "Es wird Zeit, dass eine JVA die Kontrolle über Max Krah übernimmt."