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Was passiert in Zukunft mit den Arbeitsplätzen bei Tesla in Grünheide?

Im Dezember veranstaltete der Werksleiter von Tesla in Grünheide, André Thierig, ein Show-Event auf dem Werksgelände.

Von gp
Was passiert in Zukunft mit den Arbeitsplätzen bei Tesla in Grünheide?
Die Tesla-Gigafactory in Grünheide aus der Luft gesehen. (foto: Ralf Roletschek (GFDL 1.2, Werktitel:25_10_13_Tesla_0143.jpg))

Das nutzte er für eine Hetze gegen die IG Metall und pries gleichzeitig die angeblichen Vorteile davon, dass es bei Tesla keine Tarifverträge und keinen starken IG-Metall-Betriebsrat gebe. Während in der Automobilbranche 2025 etwa 50.000 Arbeitsplätze verloren gingen, sagte Thierig, bleibe Tesla stabil und plane sogar, die Produktionszahlen in Grünheide 2026 zu steigern.

 

Doch wie sein Präsident in den USA hat Thierig eine eigene Wirklichkeit, die wenig mit der objektiven zu tun hat. So ist 2025 der Verkauf von Tesla-Autos in der EU um 40 Prozent eingebrochen, in Deutschland waren es sogar fast 50 Prozent. Bei 235.000 verkauften Teslas ist die für 375.000 Autos geplante Gigafactory mit 63 Prozent bei weitem nicht ausgelastet. Damit liegen die Verkaufszahlen unter dem Niveau von 2022, als die Fabrik noch gar nicht vollständig hochgefahren war. Eine von Elon Musk bei der Eröffnung angekündigte Produktionserweiterung auf 500.000 und in einer weiteren Ausbaustufe sogar auf eine Million Fahrzeuge pro Jahr ist damit wohl erst mal vom Tisch. Doch nicht genug damit. Mit dieser Auslastung droht Grünheide seine strategische Bedeutung zur Belieferung des europäischen Marktes zu verlieren. Das stellt unter der Maßgabe, Maximalprofit zu erzielen, über kurz oder lang die Existenz des Werkes und damit der Arbeitsplätze infrage. Deshalb sind die Kolleginnen und Kollegen gut beraten, sich jetzt schon auf massive Angriffe auf ihre Arbeitsplätze, die Löhne, Arbeitsbedingungen und Arbeiterrechte und den Kampf dagegen vorzubereiten.


Die Betriebsratswahlen bei Tesla sind politisch hochbrisant. Werkleiter Thierig warnt die Beschäftigten eindringlich davor, bei den Wahlen der IG-Metall-Liste eine Mehrheit zu verschaffen. Er versucht des mit Erpressung: „Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass Elon, dass unser Board sich für den Ausbau der Fabrik entscheiden würde, wenn die Wahl mehrheitlich Richtung IG Metall ausfällt.“¹

 

Mit möglichen Errungenschaften wie einer 35-Stunden-Woche könne Tesla nicht mehr mit der Konkurrenz sowie den chinesischen Tesla-Werken mithalten. Teile der Produktion könnten dann entsprechend kapitalistischer Logik nach China abwandern. Gerade wegen dieser Drohungen und einer möglichen Infragestellung der Produktion, auch nur teilweise, muss die IG Metall bei Tesla in Grünheide gestärkt werden und es müssen auch Vorbereitungen auf einen selbständigen Streik getroffen werden. Jede Stimme für die IG-Metall-Liste bei den Betriebsratswahlen ist außerdem ein Protest gegen die von Elon Musk verordnete faschistoide Betriebsführung.