Russland und China in Venezuela

Russland und China in Venezuela

Trumps Weltherrschaftspläne und das Öl

Obwohl die Menschheit dringendst auf fossile Brennstoffe – Öl, Kohle, Gas – verzichten muss, um die Entfaltung der globalen Klimakatastrophe zumindest zu bremsen, wird mehr denn je CO2 als Beitrag zur Erderwärmung ausgestoßen, tobt heftiger denn je der Kampf um den Zugriff auf die Ölvorräte der Welt.

Von Anna Bartholomé
Trumps Weltherrschaftspläne und das Öl
Gesehen in Berlin vor dem Brandenburger Tor am 3. Januar 2026 (rf-foto)

Die brutale Unterdrückung der Massenproteste gegen das Mullah-Regime im Iran und die „Hilfsangebote“ aus den USA zeigen auch da einen Grundkonflikt auf – wer verfügt über die auch im Iran sprudelnden Ölquellen?

 

Mit dem Überfall auf Venezuela und der Entführung seines Präsidenten geht es dem US-Imperialismus und seinen mächtigen Ölkonzernen nicht einmal zuallererst um den unmittelbaren Zugriff auf die dortigen immensen Ölreserven. Die Konzernbosse zögern sogar, weil das „schwere“ venezolanische Öl schwer zu verarbeiten ist und die Anlagen in miserablem Zustand sind – nicht zuletzt auch aufgrund der von den USA betriebenen technologischen Blockaden.

 

Es gibt zurzeit sogar ein Überangebot von Öl auf dem Weltmarkt, nicht zuletzt, weil die USA selber per Fracking-Öl und Gas den Markt überschwemmen. Es geht der US-Supermacht und ihrem faschistischen Präsidenten um eine geostrategische Neuaufteilung der Welt und darum, internationale, ebenfalls imperialistische Konkurrenten auszuschalten. In Venezuela ist das Russland – und ganz besonders die aufstrebende zweite Supermacht China. Der Iran spielte in dem bösen Spiel mit, wenn Öllieferungen neu deklariert wurden, um Boykotts zu umgehen usw. Russland und China drangen dagegen, getarnt als Helfershelfer eines bedrängten Landes, mehr und mehr vor.


Bereits 2017, vier Jahre nach dem Tod von Hugo Chávez, erlebte Venezuela einen Staatsbankrott, weil es Schulden an andere Länder und Institutionen nicht mehr bedienen konnte. Eine tiefe Wirtschaftskrise war durch sinkende Ölpreise, die Boykottpolitik der USA und der EU provoziert und trieb zigtausende als miserabel angesehene Migrantinnen und Migranten in die Flucht. Seither wird von Auslandsschulden von über 150 bis 170 Milliarden US-Dollar ausgegangen, bei einem geschätzten Bruttoinlandsprodukt von 82,8 Milliarden US-Dollar.¹

 

Mit einem „komplexen System an Finanzabhängigkeiten, mit Schulden- und Lieferarchitekturen, Gerichtsvereinbarungen im Ausland, Lizenzpolitik mit Verboten und Erlaubnissen“ wird die Ausplünderung der Reichtümer abhängiger Länder garantiert. „Das lässt sich nicht allein durch offene Lizenzvergaben und Kreditaufnahmen durchschauen“, erklärt ein Venezuela-Experte gegenüber der Roten Fahne Redaktion. Als „Helfer in der Not“ sprangen die russischen und chinesischen US-Konkurrenten der Maduro-Regierung bei – eben nicht dem venezolanischen Volk, dessen Verelendung immer tiefer wirkte.


Noch im Mai 2025 wurde eine „strategische Partnerschaft“ zwischen Putin und Maduro vereinbart. Schon zwischen 2006 und 2017 hatte Russland Venezuela Kredite in Höhe von 17 Milliarden US-Dollar gewährt. Dafür wurden Panzer und Flugabwehrsysteme – und publikumswirksam auch manchmal Lebensmittel – geliefert. Das Abkommen sollte Energie, Bergbau, Transport und Sicherheit umfassen. Auch spätere Kredite sollten mit Öllieferungen bezahlt werden und der russische Ölkonzern Rosneft (mit neuem Namen weil selber sanktioniert) erhielt das Recht zur Erschließung von zwei Ölfeldern.²


Noch enger gestalten sich die Beziehungen zu China, das mit Venezuela als erstem lateinamerikanischen Land eine „strategische Allwetterpartnerschaft“ vereinbarte. Danach sollten vier neue Sonderwirtschaftszonen in Venezuela eingerichtet werden, die vor allem dem Ausbau „technologischer Partnerschaft“ mit chinesischen Vor-Ort-Technologie-Betrieben bis zur Ausbildung von Fachkräften geplant wurden.³

 

85 Prozent aller zuletzt immer geringeren Rohölexporte gingen zuletzt von Venezuela nach China, um die wachsenden Schuldenberge abzutragen. Für die Einfuhren in China macht das nur 4 Prozent aus – aber für Venezuela war es die Nabelschnur, um zu überleben. Die hat der US-Imperialismus jetzt abgeschnitten. Das Trump-Regime beansprucht, sämtliche Erlöse aus der verbliebenen Ölförderung ausschließlich auf seine Konten zu übernehmen.

 
Bei allen öffentlichen Kritiken ist es längst nicht klar, wie Russland und China auf diese Weltherrschaftspläne der USA auf neuer Stufe reagieren. Frieden ist jedenfalls nicht ihr Programm – Putin steigert die Attacken in der Ukraine, China betreibt systematische Hochrüstung, zu Lande, zu Wasser und im Weltraum.Sie alle – wie auch die europäischen Imperialisten, an der Spitze Deutschland – bereiten einen neuen Weltkrieg vor. „Nehmt ihnen die Welt aus der Hand, eh sie verbrannt“, heißt es in einem revolutionären Lied.