Die Hoffnungen geflüchteter Venezolaner

Die Hoffnungen geflüchteter Venezolaner

Trump als Befreier? Das glauben die wenigsten ...

Trump als Befreier? Das glauben die wenigsten. So zum Beispiel Richard Serrano aus Dresden. Dort gibt es die größte Community aus Venezuela in Deutschland. In einem Interview mit ZDF heute sagt er, dass er weder den Militärschlag noch US-Präsident Trump feiert, sondern vielmehr die Möglichkeit, in Zukunft wieder Freiheit und Demokratie in seinem Heimatland zu bekommen.

Von jz
Trump als Befreier? Das glauben die wenigsten ...
Caracas, Hauptstadt Venezuelas, vom Osten her gesehen (Foto: gemeinfrei)

Maduro habe ein verarmtes und brutal unterdrücktes Land hinterlassen. Oder die Verkäuferin Carla aus Kolumbien, die die Intervention Trumps gegenüber der Tagesschau harsch kritisiert. "Trump behauptet, er kommt wegen des Narcotráfico (zu Deutsch: Drogenhandel), aber jetzt redet er vom Öl. Das ist doch alles kein Geheimnis. Wenn er uns angreifen kann, kann das jedem Land in Lateinamerika passieren.“


Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) haben seit 2017 etwa 8,6 Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner ihre Heimat verlassen. Das sind mehr als 25 Prozent der Gesamtbevölkerung. Ende 2024 war es die größte Fluchtbewegung aus einem Land weltweit.


Die meisten von ihnen flohen nach Kolumbien, Peru, Ecuador und Chile. Allein das Nachbarland Kolumbien hat 3 Millionen Menschen aus Venezuela aufgenommen. Während in Kolumbien unter dem linken Präsidenten Gustavo Petro gegenüber den Venezolanerinnen und Venezolanern eine Willkommenskultur gepflegt wurde, verfolgt der in Chile kürzlich gewählte faschistische Präsident José Antonio Kast in Trump-Manier eine aggressive Abschiebepolitik.


Dieser Exodus ist Ausdruck einer extremen humanitären Notlage in Venezuela. Für die Hälfte der Bevölkerung gibt es keine ausreichende Lebensmittel- und Medikamentenversorgung. Mit gesundem Menschenverstand ist das überhaupt nicht zu erklären, denn Venezuela ist sehr reich an Bodenschätzen und landwirtschaftlichen Ressourcen. Aber in dem Haifischbecken eines imperialistischen Weltsystems ist ein an Bodenschätzen reiches Land eine äußerst begehrte Beute, und der Zugriff auf diese Bodenschätze wird, wie z. B. schon im Kongo geschehen, bisweilen auch mit aller Brutalität gegenüber der Bevölkerung durchgesetzt.

 

Ausgerechnet Trump spielt sich nach der Entführung Maduros als Förderer des Wohlstandes und der Freiheit der venezolanischen Bevölkerung auf. Aber es war vor allem Trump, der die Volkswirtschaft Venezuelas, auch wegen ihrer Bemühungen um eine sozialistische Wirtschaftspolitik, besonders aggressiv und systematisch in den Ruin getrieben hat.

 

2019 verhängte er Wirtschaftssanktionen gegen den Verkauf von Bodenschätzen und Finanztransaktionen, sodass die Staatseinnahmen massiv einbrachen. Sogar gegen das noch unter Präsident Chávez eingeführte Nahrungsmittelsubventionsprogramm CLAP wurden Sanktionen verhängt, was die Lebensmittelknappheit zusätzlich massiv verschärfte.

 

Als wäre das an Barbarei noch nicht genug, beschimpfte Trump die venezolanischen Flüchtlinge in den USA obendrein wie zum Hohn als Kriminelle und Drogendealer. Auf Trumps Antrag hin hob im Oktober 2025 der oberste Gerichtshof der USA den Schutzstatus von 300.000 venezolanischen Flüchtlingen auf. Die meisten der geflüchteten Venezolaner werden das sicher nicht vergessen.