Krisenlasten auf die Jugend abgewälzt
Rückgang der Ausbildungsplätze
2025 wurden gegenüber dem Vorjahr 10.300 weniger duale Ausbildungsverträge abgeschlossen, was einem Rückgang von -2,1 Prozent entspricht.
Während die Verträge im Handwerk noch um 0,4 Prozent gestiegen sind, gingen diese in Industrie und Handel um 4,6 Prozent (-12.600) zurück. (1)
Einen noch deutlicheren Rückgang gab es bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen der Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg (BWIHK), wo die Automobilbranche und der exportabhängige Maschinenbau stark ist. Dort sank die Zahl der Verträge um 6,3 Prozent. Der BWIHK-Vizepräsident Claus Paal sieht darin „ein Alarmsignal für die wirtschaftliche Zukunft des Landes.“ Und er appelliert an seine Mitglieder: „Gerade in diesen Zeiten dürften sich die Betriebe nicht aus der Ausbildung zurückzuziehen, sondern sie müssten bewusst in die nächste Generation investieren.“ (1)
Doch er müsste es ja wissen, dass seine Mitglieder sich stets nur von den kurzfristigen Profitinteressen und -aussichten leiten lassen. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), umschreibt das etwas diplomatisch so: „Die negative Entwicklung am Ausbildungsmarkt ist eine direkte Folge der angespannten wirtschaftlichen Lage. Viele Betriebe reduzieren ihr Angebot mit spürbaren Folgen für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen.“ (2)
Mit anderen Worten: Die Kapitalisten wälzen die Krisenlasten auf die Beschäftigten und besonders ihre ugend ab. Weil sie eben nicht mit einem baldigen Ende dieser Krise und einem Zurück zu alten Produktionszahlen rechnen, werden gerade Ausbildungsplätze vernichtet und damit die Zukunft der Jugend infrage gestellt. Das unterstreicht nochmals, warum die MLPD und ihre Betriebsgruppen mit ihren Kolleginnen und Kollegen auf den gemeinsamen Kampf von Jung und Alt um jeden Ausbildungs- und Arbeitsplatz hinarbeiten.