Gastbeitrag von Yusuf Köse
Öffentlich Bedienstete in der Türkei legten einen Tag lang die Arbeit nieder
Der marxistisch-leninistische Autor Yusuf Köse hat einen Beitrag für Rote Fahne News zur Verfügung gestellt:
Die Gewerkschaftskonföderation der öffentlichen Bediensteten (KESK) startete mit Aktionen ins Jahr 2026. Am 5. Januar fanden vor den Gebäuden des türkischen Statistikamtes TÜİK landesweit Aktionen statt, um die Lügen des TÜİK aufzudecken, das die Inflation viel zu niedrig angibt.
Am 10. Januar fand in Ankara eine große Kundgebung unter dem Motto „Wir stehen zusammen für unsere Rechte, unser Leben und unsere Freiheit!“ statt, an der Tausende von Frauen teilnahmen.
Am 14. Januar führten die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst die erste kollektive Arbeitsniederlegung des Jahres in der ganzen Türkei durch. Die Mitglieder der KESK nahmen an der eintägigen Arbeitsniederlegung teil.
Die Beschäftigten machten mit ihrer Aktion unter dem Motto „Wir sind im Dienst“ ihre Forderungen nach zusätzlichen Lohnerhöhungen, einer Demokratisierung des Arbeitslebens usw. deutlich.
Der Slogan, den die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst am meisten betonten, lautete „WIR KÖNNEN NICHT LEBEN“. Am ersten Tag des Monats Januar wurden die Mieten um 35 Prozent erhöht, während die Löhne der Beschäftigten um 12,5 Prozent erhöht wurden. Das ist nicht einmal die Hälfte der offiziellen Inflationsrate von 33 Prozent. Vor zehn Jahren konnte man mit dem Mindestlohn eines öffentlichen Angestellten noch 17 Goldmünzen kaufen, heute sind es nicht einmal mehr sechs. Die Kaufkraft der Arbeiter ist im Vergleich zu vor zehn Jahren um mehr als 50 Prozent gesunken.
Alle Gewerkschaften, die der KESK angehören, unterstützten die eintägige Arbeitsniederlegung landesweit aktiv. Außerdem gaben Arbeiter und Gewerkschaftsführer vor dem Ministerium für Arbeit und Soziales in Ankara eine Pressekonferenz. Dort brachten sie alle ihre Forderungen zum Ausdruck. Sie betonten, dass die Regierung die Arbeiter zum Hungern verurteile, indem sie den Reichen weniger Steuern auferlege, während sie den Arbeitern mehr Steuern abverlangt.
Mit Pressekonferenzen vor allen Arbeitsstätten, an denen die Arbeitsniederlegung stattfand, erklärten die Arbeiter, dass sie entschlossen seien, ihre Rechte einzufordern, und dass sie ihre Aktionen fortsetzen würden, bis sie ihre Rechte erhalten hätten.
Einige der Slogans lauteten:
- Wenn wir heute schweigen, ist es morgen zu spät!
- Wenn wir heute stillstehen, werden wir morgen ignoriert!
- Alleine gibt es keine Befreiung!
- Entweder alle zusammen oder keiner von uns!
- Es lebe unser organisierter Kampf!
- Es lebe die KESK!