Dieses Gedicht hat eine Frau des Frauenverbands Courage, die selber aus dem Iran stammt, im Januar 2026 geschrieben. Unter dem Eindruck, dass Tausende Demonstrantinnen und Demonstranten innerhalb von zwei Tagen ermordet worden waren. (1)
Hoffnungsschimmer.
Aus meinem Fenster
in jener Nacht …
Eine lautlose Musik
begann zu leben.
Als Leben genommen wurden,
verflochten sich Schüsse,
Rauch, Feuer und Schreie
zu einem einzigen Klang.
Es regnete –
ein Regen aus Blut.
Jeder Tropfen, jede Träne
legte sich an mein Fenster.
Die Sonne ging unter.
Doch die Nacht blieb wach,
mit ihren Sternen,
in Erwartung des Morgens.
Mütter schlagen die Hände zusammen –
in Schwarz, in Weiß, in Rot gekleidet,
sie drehen sich,
sie tanzen, sie weinen.
Väter rufen klagend,
mit gebrochener Stimme:
„Sepahr, mein Sohn, wo bist du?“
„Siavash, Sohrab,
meine Laleh – wo seid ihr?“
Und die Nacht
bleibt weiterhin wach
mit ihren Sternen,
in Erwartung des Morgens.