US-Imperialismus
Kolumbien, Kuba, Mexiko – auf wen zielt Trump als nächstes?
Nach dem Überfall auf Venezuela ist vor der angedrohten völkerrechtswidrigen „Übernahme“ Grönlands und Attacken auf eine ganze Reihe von Ländern in Lateinamerika und der Karibik. Sie zählt der faschistische US-Präsident scham- und skrupellos zu „seiner Hemisphäre“, für die kein Völkerrecht oder Anspruch auf Souveränität gilt.
Besonders verhasst ist ihm die linke Regierung Gustavo Petros in Kolumbien, die es wagt, nicht vor den Beschimpfungen, Verleumdungen und Drohungen zu kuschen.
„Kolumbien ist sehr krank und wird von einem kranken Mann regiert, der es liebt, Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen. Das wird er nicht mehr lange machen." Eine Militäroperation in Kolumbien? „Das klingt gut für mich“, verkündet Trump.¹
Ob er das wagt? Erst einmal soll die Drohung wirken und die proamerikanischen reaktionären Kräfte innerhalb des Landes ermutigen.
Das ist auch die faschistische Strategie gegenüber der regierenden, als links geltenden, Regierungschefin Claudia Sheinbaum in Mexiko. Sie versucht sich seit der zweiten Amtszeit von Trump an einem diplomatischen Spagat. Sie lässt sich nicht alles gefallen und betont selbstbewusst die eigenen Interessen Mexikos und will dabei die Trump-Regierung nicht zu sehr vergrätzen.
Daran sind auch US-Monopole interessiert, die Mexiko als verlängerte Werkbank ihrer industriellen Produktion erhalten wollen. Außerdem fiebern sie immer noch dem Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft am 11. Juni 2026 in Mexiko-City entgegen, die als gemeinsame Veranstaltung der USA, Kanadas und Mexikos beworben wird. Dass die maßgeblichen Bosse des Weltfußballs keinerlei Skrupel gegenüber dem Faschismus und Donald Trump kennen, zeigte die oberpeinliche Preisübergabe eines Infantino an Trump vor wenigen Wochen.
Noch einmal anders sieht es mit Kuba aus. Auf der seit 67 Jahren um Unabhängigkeit ringenden Insel gibt es wenig zur Plünderung bereitstehende Rohstoffe. Aber weltanschaulich und politisch steht Kuba auf der Abschussliste des Antikommunismus ganz an der Spitze.
"Sie kriegen ihre ganze Unterstützung aus Venezuela, ich glaube nicht, dass wir etwas tun müssen, es sieht so aus, als würde es einfach fallen“, erklärt Trump, und der faschistische deutsche AfD-Politiker Maximilian Krah frohlockt im Jubel über den Überfall auf Venezuela: „Damit ist auch Kuba sturmreif geschossen.“
Tatsächlich ist Kuba zu 70 Prozent von Öleinfuhren aus Venezuela abhängig, die jetzt vollständig blockiert werden. Ob Lieferungen aus Russland, arabischen Ländern oder Mexiko das ausgleichen können, ist mehr als fraglich. Schon jetzt sind Stromausfälle, fehlende Benzinlieferungen auch für die Müllabfuhr und das ganze gesellschaftliche Leben ständig alltäglich. In den letzten drei Jahren haben zwei Millionen Kubaner (entspricht 10 Prozent der Bevölkerung) wegen der miserablen Lebensbedingungen das Land verlassen.²
Aber der Hass auf die Yankees, die jahrelange Blockadepolitik der USA hat sich tief im kollektiven Gedächtnis der Massen eingegraben. Das gilt auch für die große Mehrheit der Massen in ganz Lateinamerika.
„Ein Wirbel des Widerstands“ geht durch Lateinamerika, wusste Jovino Nunez, der Amerika-Koordinator der revolutionären Weltorganisation ICOR, bei einer Podiumsdiskussion am 12. Januar in Berlin zu berichten.
Die Regierenden ultrareaktionärer oder faschistischer Regime, wie Milei in Argentinien, Noboa in Ecuador, Bukele in El Salvador und jetzt auch Kast in Chile, klatschen Beifall für den Überfall auf Venezuela und die Verschleppung seines Präsidenten. Aber kennzeichnend ist gerade dort die gesellschaftliche Polarisierung. Der Überfall auf Venezuela wird von den fortschrittlichen und revolutionären Kräften als Herausforderung zum Widerstand angenommen.
Auch wenn Trump mit seiner offen imperialistischen und kolonialen Außenpolitik die schlimmsten Erwartungen immer wieder übertrifft – der festere Zusammenschluss der Gegenkräfte in einer antiimperialistischen Einheitsfront, kann seinen Weltherrschaftsplänen den Garaus machen und die Perspektive der sozialistischen Revolution weltweit neu auf die Tagesordnung setzen.
Kommt am Sonntag, dem 18. Januar, um 14 Uhr MEZ zu dem außerordentlichen Webinar der United Front, wo wir weitere Aktivitäten planen! Link für die Teilnahme: https://us02web.zoom.us/j/85999320710?pwd=cowZrYRVfPP0V4ElzDWJb1tp7dCZGV.1