Diskussion

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"Kann es sein, dass bei Euch oft noch der Auto-Kopf gewinnt?"

Wir veröffentlichen den Leserbrief "Kann es sein, dass bei Euch oft noch der Auto-Kopf gewinnt?" zusammen mit der Antwort des Autors:

… Ich habe eben den Artikel „Das Aus vom Verbrenner-Aus – Ein schwarzer Tag für die Umwelt – und was ist mit den Arbeitsplätzen?“ vom 18. Dezember 2025 gelesen und ich meine, mir ist etwas aufgefallen, was mir oft schon bei Artikeln von Euch zu dem Thema aufgefallen ist.

 

Kann es sein, dass bei Euch oft noch der Auto-Kopf gewinnt? Kann es sein, dass ihr manchmal so ein bisschen ausblendet, dass die Probleme, die durch die flächendeckende pauschale Bevorzugung von PKWs im öffentlichen Raum entstehen, ja durch E-Autos leider auch nicht einfach weggehen?

 

Also, das ist jetzt kein Vorwurf, sondern eigentlich ’ne ernst gemeinte Frage, weil ich das auch nicht so richtig beurteilen kann. ...

Hier die Antwort des Autors

… Vielen Dank für Deine Kritik am Artikel „Das Aus vom Verbrenner-Aus – Ein schwarzer Tag für die Umwelt – und was ist mit den Arbeitsplätzen?“.
Du schreibst: „Kann es sein, dass bei Euch oft noch der Auto-Kopf gewinnt? Kann es sein, dass ihr manchmal so ein bisschen ausblendet, dass die Probleme, die durch die flächendeckende pauschale Bevorzugung von PKWs im öffentlichen Raum entstehen, ja durch E-Autos leider auch nicht einfach weggehen?“ Da hast Du mit Deiner Kritik recht.


Der Hauptzweck des Artikels war, den „Rollback in der Umweltpolitik der Monopole und ihrer Regierung“ anzugreifen, für den die Aufweichung des Verbrennerverbots der EU steht. Ein Verbrechen, angesichts der Tatsache, dass im letzten Jahr in Deutschland die Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Vorjahr gerade mal um 1,5 Prozent gesunken sind, was nicht zuletzt auf die weiter steigenden Emissionen des Verkehrsbereiches zurückzuführen ist.


Diese Auseinandersetzung, vor allem mit den „Klimaleugnern“ von der AfD, stand im Mittelpunkt des Artikels. Vor allem in den Belegschaften der Automobil- und ihrer Zulieferindustrie spielt diese Diskussion eine große Rolle. Trotzdem wäre es richtig gewesen, darauf einzugehen, dass die Reduzierung der Diskussion auf das E-Auto als Alternative zum Verbrenner der gesamten umweltzerstörenden Problematik des bestehenden kapitalistischen Verkehrssystems nicht gerecht wird.

 

Regierung und Monopole setzten „unter der Flagge des Umweltschutzes auf Autos mit Elektro- oder Wasserstoffmotor oder gar Verbrenner mit E-Fuels, was nichts am Individualverkehr ändert.“


Das Buch „Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen“ von Stefan Engel kommt zu der differenzierten Schlussfolgerung: „Ein Wechsel vom Verbrenner- zum Elektromotor reduziert unbestritten den Materialbedarf und würde auch weniger fossile Brennstoffe verbrauchen. Er ist aber noch keine ausgereifte Alternative, weil die Batterie- und Speichertechnologie einseitig auf Lithium beruht, das mit zerstörerischen Verfahren gewonnen wird. Außerdem fehlt ein ökologisch verträgliches, massentaugliches und individuell nutzbares Verkehrssystem.“ (S. 389)

 

Was wir künftig beherzigen müssen: Der Kampf für den schnellstmöglichen Umstieg vom Verbrenner- zum Elektroantrieb muss immer mit dem Kampf um „ein ökologisch verträgliches, massentaugliches und individuell nutzbares Verkehrssystem“ verbunden werden. Nochmals vielen Dank für Deine hilfreiche Kritik, die Du ja auch an anderen Artikeln zu dem Thema hast.

Herzliche Grüße

Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen

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