Antifaschismus
Iserlohn-Letmathe: Nie wieder eine AfD-Veranstaltung im Saalbau
Gestern protestierten seit 9.30 Uhr 200 bis 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegen die Gründung der AfD-Jugend NRW, die sich unter dem Namen Generation Deutschland im Saalbau Letmathe (Stadt Iserlohn im Märkischen Kreis) konstituierte.
Dass die Versammlung am 17. Januar stattfinden sollte, war schon länger bekannt, aber noch nicht, wo. Erst Freitagabend, um 18 Uhr, war es dann klar, und es wurde dann bis in die Nacht noch breit mobilisiert und eine Kundgebung von Omas gegen Rechts angemeldet.
Alle waren stolz, dass so kurzfristig doch noch etliche gekommen waren. Es waren auch viele Organisationen da: der Jugendverband REBELL, Omas gegen Rechts, die Linkspartei, die Linksjugend, die SDAJ, die MLPD, die Montagsdemo Hagen, das Friedenszeichen Iserlohn, die Grünen, die Grüne
Jugend, der Friedenschor Iserlohn, der Frauenverband Courage, anarchistische Gruppen aus vielen Städten des Ruhrgebiets, das offene antifaschistische Treffen Hagen und IG-Metaller.
Gemeinsam mit der Versammlungsleitung organisierte dann ein kämpferischer Gewerkschafter in der IG Metall, der bei thyssenkrupp arbeitet ein offenes Mikrophon mit Parolen, Musik und Redebeiträgen. Der Kollege kritisierte: "Hier in diesem Saal finden immer unsere Betriebsversammlungen statt. Es ist ein Skandal, dass das genehmigt wurde. Nach dem Potsdamer Abkommen gehören faschistische Organisationen und ihre Nachfolgeparteien verboten und es muss ihnen jegliche Möglichkeit, sich zu treffen, verweigert werden!"
Viele kritisierten den Charakter der AfD als faschistisch und forderten, dass sie verboten werden muss. Sie gingen darauf ein, wie die AfD die Frauen unterdrücken will und die Jugend über Social Media zu ködern versucht. Ein junges Mädchen berichtete, wie Jungnazis in ihrer Schule versuchen, die Stimmung zu beeinflussen und Terror organisieren, während sie sich einer Gesinnungsprüfung durch die Schulleitung unterziehen soll.
Der Bürgermeister von Iserlohn, Michael Joithe, sagte dann, dass er den Protest begrüßt und gut findet, aber man müsse die AfD leider aushalten und die Rechtsstaatlichkeit wahren. Das traf auf breiten Protest der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die zu Recht hinterfragten, wie es sein kann, dass der Saal vermietet wurde und dass das nicht bekannt wurde. Ein Gerücht war, dass der Verfassungsschutz ihm einen Maulkorb verordnet hätte, was den Skandal nicht kleiner machen würde. Es waren sich alle einig: Das muss und wird aufgeklärt werden, wie es dazu kam!
Inessa vom Jugendverband REBELL sprach dazu, dass die AfD sich mit dem modernen Faschismus anzubiedern versucht, dass sie versucht, an berechtigten Protesten anzudocken und dadurch erstmal noch harmlos erscheint. Sie organisieren damit aber den Übergang zum offenen Faschismus à la Trump in den USA. Sie steht hingegen für den echten Sozialismus und dafür, sich zu organisieren. Denn es braucht auch eine positive Perspektive, wo wir hinwollen! Insgesamt waren viele antikapitalistische Jugendliche vor Ort, die auch Interesse an den klassenkämpferischen Positionen der MLPD und des REBELL hatten.
In den vier Stunden Protest beteiligten sich dann mindestens 40 Personen und Organisationen an der Diskussion. Es wurden Nummern für eine zukünftige Zusammenarbeit ausgetauscht und beschlossen, dass nie wieder im Saalbau eine Veranstaltung der AfD stattfinden darf!