Chemieindustrie
Flucht in die Kriegswirtschaft?
Die Rote Fahne Redaktion veröffentlicht hier stark verspätet den dritten Teil der Korrespondenz "Tausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel – Flucht in die Kriegswirtschaft?" aus dem Oktober letzten Jahres. Für die Verschleppung der Veröffentlichung des abschließenden Teils der Artikelserie entschuldigen wir uns:
Die Flucht in die Rüstungsindustrie?!?
Mit dem Ziel von Pistorius, dem Minister für „Verteidigung“, die Bundesrepublik wieder kriegstüchtig zu machen, werden 1 Billion Euro für Rüstungsindustrie und Infrastruktur bereitgestellt. Das sind Schulden, für die wir Arbeiter und Angestellten aufkommen werden. Schon schlecken sich die Vorstandsvorsitzenden in den Konzernen die Finger und wittern Super-Extra-Profite. Doch sie müssen dem Bewusstsein der Bevölkerung Rechnung tragen und können nicht offen für die Rüstungsindustrie werben.
Vorstandsvorsitzender Kuhlmann von Evonik leistet seinen „patriotischen“ Beitrag, „militärische Stärke aufzubauen“, und setzt dafür extra ein Programm „Next Markets“ auf, was sich im ersten Moment sehr zivil anhört. Dahinter steckt, im Bereich der Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, den hohen Bedarf an Systemlösungen anzubieten. Hochleistungskunststoffe und Schäume sowie Spezialadditive von Evonik ermöglichen zum Beispiel bessere Hitzebeständigkeit und Robustheit, sowie geringeres Gewicht, ideal für militärische Zwecke aller Art, vom Panzer, Kampfflugzeug bis zur Drohne. Im Fokus dieses Programmes ist zudem das breite Angebot für Raketentreibstoffe.
Erinnern wir uns: CWH (Chemische Werke Hüls) produzierte 1938 im Verbund mit IG Farben synthetischen Kautschuk (Buna) für Reifen im Hitler-Faschismus für die Eroberung neuer Absatz- und Rohstoffgebiete. Die Faschisten nannten es damals „Eroberung neuen Lebensraumes“. IG Farben und Thyssen bzw. Krupp waren die entscheidenden Unterstützer des Hitler-Faschismus mit über 60 Millionen Toten im Zweiten Weltkrieg.
Soll das unsere Zukunft sein? Die internationale kapitalistische Konkurrenz führt zu Handelskriegen, die letztlich in Kriegen um Rohstoffe und Absatzmärkte enden. Die Weltkriegsgefahr hat sich erheblich verschärft und alle imperialistischen Staaten arbeiten auf einen Weltkrieg hin. Dieser wird ein atomarer sein. Aber wir schicken unsere Enkelkinder, Kinder und junge Arbeiter und Angestellte nicht erneut in einen Krieg, weil das nicht unsere Kriege sind.
Die russischen Soldaten sterben für die russischen Machtansprüche der Oligarchen, Ölmonopole wie Rosneft und Putin. Die ukrainischen Arbeiter und Jugendlichen werden für die ukrainischen Oligarchen mit Selenskyj verheizt und auch für die Ansprüche der NATO und USA auf wertvolle Rohstoffe in der Ukraine.
Wir sagen nein zu Kriegsproduktion und Kriegswirtschaft! Arbeiter schießen nicht auf Arbeiter! International organisiert ist es unsere Pflicht als Arbeiter und Angestellte, diesem Treiben ein Ende zu bereiten!