Solidaritätserklärung der MLPD Thüringen an die Zalando-Kolleginnen und -Kollegen

Solidaritätserklärung der MLPD Thüringen an die Zalando-Kolleginnen und -Kollegen

Stoppt die Zalando-Pläne! Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz!

Am 8. Januar ließen die Zalando-Kapitalisten die Bombe platzen: Standortschließung in Erfurt. 2.700 Arbeitsplätze sollen vernichtet werden. Eine Katastrophe für die Region!

Ko-Chef David Schröder bewirbt die Maßnahme, um Zalando „bedarfsgerecht und zukunftssicher" zu machen. Der zukünftigte Bedarf der 2.700 Kolleginnen und Kollegen nach Arbeitsplätzen ist ihm egal! Den „außerordentlich[en] Dank ..." und sein „zutiefst[es] Bedauern" (1) kann er sich schenken!

 

Die Arbeitsagentur Erfurt will die Kollegen in andere Betrieben vermitteln (2). In Thüringen ist die Arbeitslosigkeit im Dezember 2025 auf 6,3 Prozent gestiegen. Als ob die Betriebe der Region nur auf 2.700 Logistiker warten. Besonders betroffen sind Migranten und Geflüchtete. Sie stellen den größten Teil der internationalen Belegschaft. Bei vielen hängt der Aufenthaltstitel am Arbeitsplatz.

 

Das ist kein „Raubtierkapitalismus in Reinform", wie Bodo Ramelow behauptet (3). Denn dann bräuchte es nur einen Dompteur, der das Raubtier zähmt. Tatsächlich ist Zalando ein gewöhnlicher Monopol-Kapitalist. Für solche ist nur der Maximalprofit entscheidend. 

 

2023 machte Zalando 350 Millionen Euro Gewinn, 2024 waren es 511 Millionen Euro und 2025 ca. 570 Millionen Euro (4). Diese Gewinne haben die Kolleginnen und Kollegen erarbeitet! Der Online-Handel ist hart umkämpft. Der Gesamtumsatz betrug 2024 über 80 Milliarden Euro (5). Amanzon ist unangefochtener Platzhirsch. Otto und Zalando kämpfen um Platz zwei und drei. Zalando schluckte seinen Konkurrenten „AboutYou". Chinesische Online-Händler drängen ebenso aggressiv vor. Der Konkurrenzkampf soll auf dem Rücken der Kollegen ausgetragen werden. Auf dem gesamten Weltmarkt tobt eine Vernichtungsschlacht unter den Monopolkapitalisten, die die Menschheit in einen Dritten Weltkrieg führt.

 

Der aggressivste Kapitalisten-Vertreter ist der faschistische US-Präsident Trump. Die Arbeiter sollen gewonnen werden, sich hinter „ihr" Land oder „ihren" Konzern zu stellen. Diese Denkweise ist die Vor-Bedingung für einen Weltkrieg. Karl Marx entwickelte eine wissenschaftliche Alternative: Proletarier aller Länder vereinigt euch und kämpft für die vereinigten sozialistischen Staaten der Welt. Dort würde die Produktion an den Bedürfnissen von Mensch und Natur ausgerichtet und nicht an den Interessen der Monopolkapitalisten.

Wie geht es jetzt weiter?

Die MLPD steht fest an der Seite der Kolleginnen und Kollegen. Ihnen gilt die volle Solidarität! Von verschiedenen Seiten fallen Schlagworte wie „Transfergesellschaft" oder „Sozialplan". Alle diese Konzepte laufen aber auf die Vernichtung der Arbeitsplätze hinaus. Zalando will bis September das Werk noch voll am Laufen halten und Profite aus den Kollegen rauspressen. Ein unbefristeter Streik für den Erhalt aller Arbeits- und Ausbildungsplätze würde sie hart treffen!

 

Ver.di steht als kampfstarke Gewerkschaft fest an der Seite der Kollegen und fordert zurecht die Anerkennung des Flächentarifvertrags. Ihre Ankündigung, die Arbeitsplatzvernichtung „so sozial verträglich wie nur möglich zu gestalten" (6) ist allerdings eine Kapitulation. Arbeitsplatzvernichtung ist nie sozial verträglich! Es gibt in Deutschland nur ein auf Tariffragen eingeschränktes Streikrecht! Deshalb muss das selbständig organisiert werden.

 

Kämpferische Kollegen müssen das jetzt in die Hand nehmen. Das haben beispielsweise die Opel-Kollegen in Bochum 2004 vorgemacht und damit die Schließungspläne zu Fall gebracht! Die MLPD steht dafür mit Know-how zur Seite und hilft dabei, die Solidarität aus der Bevölkerung und anderen Betrieben zu organisieren.

 

  • Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz bei Zalando!
  • Kein Verzicht für die Profite von Zalando!
  • Uneingeschränktes Bleiberecht für alle geflüchteten Beschäftigten – auf antifaschistischer Grundlage!
  • Für ein vollständiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht!

 

Die Solidaritätserklärung als gestaltetes Flugblatt