Leserbrief

Leserbrief

„Imperialismus kehrt zurück“

Dieser Leserbrief von Klaus-Jürgen Hampejs ist in der Böblinger Kreiszeitung am 9. Januar erschienen.

Das Jahr 2026 begann leider so, wie 2025 endete. Die breite Masse der Menschheit will Frieden und Sicherheit. Sei es in der Ukraine, in Russland, in Gaza oder auf dem afrikanischen Kontinent. Olaf Scholz mit seiner Rede zur Zeitenwende sprach des Öfteren vom russischen Imperialismus. Trumps Überfall auf den souveränen Staat Venezuela wird zu Recht als Imperialismus bezeichnet, was es auch ist.


Der Zugriff auf Mexiko, Kolumbien, Kuba und auf Grönland ist ein Ausdruck offener imperialistischer Aggression mit Kriegs­mitteln. Auch das Interesse an Grönland liegt nicht allein in den Rohstoffen begründet, vielmehr wieder im geostrategischen Konkurrenzkampf mit China und Russland um die Kontrolle der Arktis. Trump spricht von „strategischen Sicherheitsinteressen“ der USA in Grönland.


Wie selten zuvor macht die heutige Weltlage aber auch deutlich, dass der Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben der Völker der Welt nicht im Kapitalismus zu verwirklichen ist. Doch beschränkt sich diese imperialistische Gefahr nur auf Trump, Putin & Co.? Mitnichten. Imperialismus heißt, Deals, Profitinteressen der Konzerne, auch deutscher Konzerne, in der Welt durchzusetzen. Und Trump zeigt, wie das geht, notfalls mit militärischen Mitteln. Die Sicherung „deutscher Rohstoffinteressen“ in Afrika, Süd-, und Mittelamerika ist imperialistische Politik: die Ausbeutung von Mensch und Natur in aller Welt.

 

Bei der Ertüchtigung der deutschen Wirtschaft zur Kriegstüchtigkeit ist mir Angst und bange. Ich will für meine Familie und meine Freunde einen friedlichen Planeten ohne Kriege und Mega-Deals. So sprechen der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) und der Gewerkschaftsbund Amerikas (TUCA) ihre absolute und eindeutige Ablehnung der Militäroperation in Venezuela aus.


Übrigens: Der wissenschaftliche Begriff des Imperialismus wurde nicht von Scholz & Co. definiert, sondern von Lenin (ob es einem gefällt oder nicht) in seiner Schrift von 1916: „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“.

 

Ich wünsche mir für die Menschheit Frieden und einen liebenswerten Planeten. Dafür ist es aber notwendig, dass wir Menschen von Religion bis Revolution aktiv werden, und den Kriegstreibern „Nein“ sagen, und solidarisch sind gegen Weltkriegsgefahr und Faschismus.