Bochum
"Ich bin dankbar, dass hier in Bochum Menschen auf die Straße gehen ..."
"Ich bin dankbar, dass hier in Bochum Menschen auf die Straße gehen." Mit diesen Worten meldete sich eine Frau zu Wort, die zufällig vorbeigekommen war und dann lange zuhörte.
"Ich komme vom Bodensee. Dort habe ich solche Kundgebungen noch nicht erlebt. Ich bin tief besorgt. Wo soll das noch hinführen?" Ein anderer war im Internet auf die Kundgebung gestoßen: "Keiner sollte annehmen, dass Trump damit Schluss macht. Er spricht schon offen über Grönland und hat in Nigeria mit Waffengewalt eingegriffen."
Mehrere blieben nur kurz stehen oder äußerten im Vorübergehen: "Da kann man eh nichts dagegen tun" Doch! Das (Über-)Leben der Palästinenser in Gaza ist keineswegs gesichert. Aber Trumps Pläne, aus Gaza eine US-Ferienkolonie zu machen, sind auch aufgrund der internationalen Proteste erstmal vom Tisch. Ist es nicht manchmal auch ein Stück Bequemlichkeit? Wenn man nichts machen könnte, braucht man nicht aktiv zu werden.
Von einem ähnlichen Gespräch berichtete ein anderer: Der Passant wurde nachdenklich, als ich ihn fragte: Wollen uns die Herrschenden nicht in Resignation treiben? In den Massenmedien werden Verbrechen immer mit dem Zusatz verkündet: "Die Menschheit ist schlecht – daran kann man nichts ändern." Der Faschist Trump geht weiter: "Völkerrecht interessiert nicht – ich bin stärker." Im Ergebnis sollen wir die Faust in der Tasche lassen. Sollen wir uns in den nächsten Weltkrieg jagen lassen?
Mit der Frau vom Bodensee haben wir hinterher gesprochen, wie sie dort Kontakt zu Leuten bekommt, die gegen die Kriegstreiber aktiv sind …