Mercedes / Daimler Truck
Flexibel bis zum Umfallen?
Der folgende Artikel der Redaktion Bremen aus der Rubrik „Günnis Ecke!“ ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitung von Kolleginnen und Kollegen für Kolleginnen Mercedes-Benz und Daimler Truck, „Die Stoßstange“, erschienen. Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert:
Da hat uns der Werksleiter doch dasselbe wie immer erzählt auf der letzten Betriebsversammlung: „Mercedes ist in der Krise, aber das Werk ist voll ausgelastet, weil wir so toll flexibel sind, dürfen wir nächstes Jahr noch 20.000 Autos mehr bauen.“
Also in Sindelfingen schreit der Vorstand „Not, Elend, Krise!“ und in Bremen sollen wir uns freuen, dass wir bis zu 70 Prozent Leiharbeiter in den Meisterreien haben, bis zu fünf verschiedene Autos gleichzeitig auf den Montagebändern und sechs bis 8,5 Stunden Schichten mit kürzester Ankündigungsfrist. Das ist Spaltung und Verarsche. Vor allem, wenn ab August 2027 sowieso 60.000 GLC jährlich nach Tuscaloosa verlagert werden sollen. Sollen wir uns dann mit den Kollegen aus Sindelfingen um den Rest kloppen?
Wir Arbeiter sind nicht verantwortlich für die Krisenhaftigkeit des imperialistischen Weltsystems; wir wollen nicht, dass unsere Kinder im nächsten Weltkrieg verheizt werden, und wollen, dass unsere Enkel noch auf dieser Welt leben können.
Die Aktionäre denken nur an den kurzfristigen Profit; denen sind wir doch vollkommen egal. Lasst uns über Betriebs- und Konzerngrenzen gemeinsam kämpfen:
- 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!
- Für die Festeinstellung aller Leiharbeiter!
- Für die internationale Arbeitereinheit statt Spaltung!
- Für die Perspektive einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung!
In diesem Sinne
Euer Günni aus Bremen