Willkür
Erfahrungen einer alleinerziehenden Mutter beim Job-Center
Nach der Trennung von meinem Mann musste ich als alleinerziehende Mutter Bürgergeld beantragen. Damit ging der Stress los. Ich beantragte diese Leistung im April 2025, Anfang August bekam ich das erste Geld.
Die vom Job-Center geforderten Unterlagen hatte ich komplett zusammengestellt und abgegeben. Über die App des Job-Centers wurde ich aufgefordert, angeblich fehlende Unterlagen einzureichen. Das habe ich sofort nochmal getan. Zuerst ging es um die Änderung meines Mietvertrages, weil mein Mann ausgezogen ist. Beim Vermieter habe ich
erfahren, dass er dazu nicht verpflichtet ist. Aber netterweise hat er das gemacht.
Dann gab es eine Überschneidung der Antragstellung und der Ummeldung meines Mannes. Die Schwierigkeit war, dass er noch zwei Wochen bei mir offiziell gemeldet war. In seiner neuen Wohnung konnte er sich erst später anmelden. In diesem Zeitraum von zwei Wochen wären wir als Bedarfsgemeinschaft berechnet worden. Um das zu vermeiden, musste ich diese zwei Wochen auf die Leistung schriftlich verzichten, um endlich mein Geld zu bekommen. Die Bearbeitung des Antrages dauerte insgesamt vier Monate. Obwohl ich immer sofort reagiert habe und meiner Mitwirkungspflicht nach gekommen bin. Dass ich in dieser Zeit kein Geld bekam, war dem Amt egal.
Schlimm ist, dass man keinen persönlichen Kontakt mit dem Sachbearbeiter bekommt. Nur wenn man geladen wird, kommt man in das Jobcenter. Telefonische Nachfragen landen bei einem Call-Center, das für ganz NRW zuständig ist. Diese sagen einem freundlich, dass sie das weiterleiten werden. Danach habe ich aber nichts mehr gehört. Man kann zu dem Sachbearbeiter nicht persönlich gehen. Macht man es trotzdem, ohne einen Termin zu haben, wird man von der Security rausgeschmissen. Anfang August kam die erste Zahlung für August. Die Nachzahlung für die Monate vorher habe ich bis heute (Anfang Januar 2026) nicht bekommen.
Man wird behandelt, als wolle man das Jobcenter abzocken. In jeder Mitteilung des Job-Centers werde ich mit einer Leistungskürzung von 10, 20 oder 30 % bedroht, wenn ich nicht sofort antworte oder wie gefordert mitwirke. Dass ich das Geld für die Begleichung von Rechnungen in der Zeit von April – August brauche, interessiert das Job-Center nicht. Nach mehreren Nachfragen wurde eine Begründung nachgeschoben. Sie forderten mich auf, einen Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt zu beantragen. Das ist Willkür, weil wir das schon geregelt hattten.
Die Bundesregierung schafft jetzt das Bürgergeld ab und führt eine neue Grundsicherung ein. Es wird eine Stimmung erzeugt, das sei notwendig, um die Leute besser sanktionieren zu können. Eigentlich wird allen unterstellt, man wolle gar nicht arbeiten und es wird gegen Betroffene gehetzt. Eigentlich ist genug Geld da. Es wird aber für den Ukrainekrieg ausgegeben oder zur Unterstützung der israelischen Regierung gegen die Palästinenser. Das ist nicht richtig.