LLL-Gedenken in Gelsenkirchen
Ein kämpferischer, optimistischer und sozialistischer Start ins neue Jahr
Bei eisigen Temperaturen, aber mit glühenden Herzen hatte sich heute um 12 Uhr eine größere Menschenmenge rund um die Statuen von Marx und Lenin und die Gedenktafeln weiterer sozialistischen Kämpferinnen und Kämpfer an der Horster Mitte versammelt.
Das LLL-Gedenken in Gelsenkirchen entwickelt sich langsam aber sicher zu einer echten Tradition in der Arbeiterstadt. Verstärkt wurde die Gelsenkirchner Lenin-Liebknecht-Luxemburg-Kundgebung (LLL) diesmal von etlichen am Vortag auf der Bahnreise gestrandeten Mitstreiterinnen und Mitstreitern, die eigentlich zum LLL-Gedenken nach Berlin wollten.
Stefan Engel arbeitete in seiner Rede heraus, dass die von den Herrschenden immer wieder hoch erkorene Phase des angeblich "friedlichen" Imperialismus zu Ende geht und sich dessen Anschein zunehmend nicht mehr aufrechterhalten lässt. Im Gegenteil: Zeigt doch der Faschist Trump völlig ungeniert, was Imperialismus in seiner Endphase eigentlich bedeutet: Faschismus und Krieg! Imperialismus ist nichts anderes als die Diktatur der Monopole, in deren Namen Trump zum Beispiel jetzt Ansprüche auf Grönland erhebt – immer die riesigen Bodenschätze des Landes im Blick.
Er zeigte weiter auf, dass die Faschisten der AfD, die jetzt demagogisch behaupten, aufgrund der eisigen Kälte gäbe es überhaupt keine Erderwärmung, die Leute an der Nase herumzuführen versuchen. Denn es ist gerade die Erderwärmung, die mit einer Wärmeglocke über der nördlichen Halbkugel dafür sorgt, dass die Kaltluft jetzt unter dieser Glocke hindurch zu uns gelangt.
Gabi Fechtner führte aus, dass beim Gedenken in Berlin, bei dem von den kleinbürgerlichen Anmeldern verschämt immer noch Lenin weggelassen und nur Liebknecht und Luxemburg erwähnt werden, mehr und mehr die Positionen der MLPD wichtig werden. Das alljährliche Gedenken, das ein Stück weiter auch immer ein „Schaulaufen“ trotzkistischer und anarchistischer Gruppen gewesen ist, entwickelt sich seit Jahren mehr und mehr hin zu einer Beschäftigung mit marxistisch-leninistischen Standpunkten – und mittendrin die MLPD. Das strahlt auch auf die Arbeiterstadt Gelsenkirchen und das hiesige Gedenken aus: Arbeiter müssen gegen Faschismus und Krieg in vorderster Front stehen.
Zur antikommunistischen Hetzkampagne der Opferbeauftragten der SED, Evelyn Zupke, die erklärt, dass der Zusammenhang zu den Opfern der SED-Diktatur in erster Linie bei Lenin zu suchen sei, polemisierte sie, dass es genau andersherum ist: Lenin war es, der schon früh auf die Gefahr des Bürokratismus, aus dem heraus die kapitalistische Entartung der Sowjetunion und der DDR schließlich entstand, hingewiesen und vor diesem gewarnt hatte. Wenn man also aus den Fehlern der Führung der SED lernen will, dann muss man erst recht von Lenin lernen.
Ein Stahlarbeiter, Ulrich Achenbach, für die Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemobewegung und Marlies Schumann von "Palästina muss leben" sprachen für die Arbeiterklasse und die Bedeutung, die die drei Vorkämpfer für den Sozialismus heute haben, über die verschärfte Hetze, der Menschen, die kein Obdach haben, Grundsicherung beziehen oder in sozialer Not sind heute ausgesetzt sind, und welche Bedeutung, die Montagsdemo für diese Menschen heute hat, und für die Solidarität mit den Menschen in der Westbank und in Gaza.
Der Sozialismus ist der Ausweg aus diesem Krisenchaos. Das hatten schon Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Wladimir Iljitsch Lenin erkannt, Zeit ihres Lebens dafür gekämpft und sogar ihr Leben dafür gegeben. Der Kampf für den Sozialismus ist eine ehrenhafte und wichtige Aufgabe für alle fortschrittlichen Menschen. Insofern strahlte von diesem Gedenken, gerade bei all dem Chaos in der Welt, eine kämpferische, freudige und optimistische Stimmung in die Welt aus. Eng verbunden war die Kundgebung mit der LLL-Demonstration in Berlin. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wussten, dass sie jetzt zusammen mit den Demonstrantinnen und Demonstranten, die auf dem Weg zur Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde sind, auf der Straße sind.
Untermalt vom Ruhrchor und von Peter Reichmann, ging das Programm mit der "Internationale" zu Ende und alle Beteiligten danach ins Bistro der Horster Mitte, um sich aufzuwärmen und gemeinsam diesen besonderen Tag zu feiern.