US-Imperialismus
Der Griff nach Grönland - das Ende der NATO?
Nur einen Tag nach dem Angriff auf Venezuela postet die Ehefrau des stellvertretenden Stabschefs von Donald Trump auf Social Media ein Karte von Grönland mit amerikanischer Flagge und dem Wort „soon“, also „bald“.
Am gleichen Tag betont Trump selbst: „Wir brauchen in der Tat Grönland, absolut."¹ Er droht, dass man sich darum in zwei Monaten kümmern werde. Auch das Interesse an Grönland liegt nicht allein in den Rohstoffen begründet, vielmehr wieder im geo-strategischen Konkurrenzkampf mit China und Russland um die Kontrolle der Arktis. Trump spricht unentwegt von „strategischen Sicherheitsinteressen“ der USA in Grönland.
Denkt man den eingeschlagenen Kurs zu Ende, dass die USA mit aller Macht und unter Bruch aller bisherigen Gepflogenheiten ihren Platz als noch einzige imperialistische Supermacht zurück erobern, ausbauen und verteidigen wollen, ist auch in Bezug auf Grönland nichts mehr ausgeschlossen.
Sichtlich aufgeschreckt sagt die dänische Ministerpräsidentin: „Ich sage es ganz direkt: Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann war's das … Dann ist es vorbei mit der Weltordnung, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgebaut worden ist, vorbei mit den demokratischen Spielregeln. Alles fällt in sich zusammen, wenn ein NATO-Land ein anderes angreift."²
Vor allen Dingen hat das grönländische Volk seitdem Trump faktisch die Eroberung Grönlands für die USA fordert immer wieder, in Umfragen, bei den Wahlen im letzten Jahr und bei verschiedenen Kundgebungen und Demonstrationen klar gemacht: Sie lehnen eine Einbürgerung in die USA ab, freiwillig so wie so, und mit Gewalt erst Recht. Eine ihrer Losungen: „We are not for sale!“ (dt. „Wir stehen nicht zum Verkauf!“)