Was das „Bündnis Freie Betriebsräte“ mit Kettensägen zu tun hat
VW Zwickau: „Zeig mir Deine Freunde und ich sag Dir, wer Du bist“
Um es vorwegzunehmen: Zu diesen Zeilen wird das „Bündnis freie Betriebsräte“ (BfB) wieder lamentieren „ ... alles gelogen!“ und das arme Opfer spielen. Geschenkt. Und nein, wir schreiben das weder, um die Bundesregierung noch die SPD zu retten oder manchmal nötige Kritik an Gewerkschaftspolitik zu unterdrücken.
Wir schreiben, weil die Kolleginnen und Kollegen bei VW Zwickau wissen sollten, dass hinter dem BfB Arbeiter- und Gewerkschaftsfeinde stecken. Das kriegt man raus, wenn man sich ihren „Freundeskreis“ genauer ansieht.
Zum Beispiel so: Bekanntermaßen sind der faschistische US-Präsident Donald Trump, Tech-Milliardär und Gewerkschaftshasser Elon Musk und der argentinische Präsident Javier Milei (Stichwort: Sozialkahlschlag mit Kettensäge!) beste Freunde der deutschen AfD. Alle drei basteln an einer Welt, in der ihresgleichen und das Kapital freie Hand haben, Arbeiter- und Menschenrechte einen Dreck wert sind, frei nach dem Motto „meine kapitalistischen Interessen – first!“ Auch der Verein ZENTRUM, Vorfeldorganisation der AfD teilt diese „Werte“, wenngleich sie sich als „alternative Gewerkschaft“ tarnen und bei Bedarf Kreide fressen.
AfD und ZENTRUM stecken wiederum im und hinter dem sogenannten „Bündnis freie Betriebsräte“ bei VW Zwickau – und so schließt sich der Kreis. Das BfB tritt wieder zu den Betriebsratswahlen 2026 an, nennt sich „unabhängig“, „ideologiefrei“ – doch auf der Rückseite des teuren Farb-Flyers (Preisfrage: wer hat ihn bezahlt??) liest man dann im Kleingedruckten, dass ZENTRUM Ost die Strippen zieht. Neben Lars Bochmann, AfD-Stadtrat und Mitglied im Vorstand von ZENTRUM, tummeln sich auf der Liste Personen, die um jeden Preis in einem gemütlichen Betriebsratsbüro landen wollen, AfD-Mitglieder und -Symphatisanten sowie einzelne Neonazis.
Was hat das nun mit Kettensägen-Politik in Argentinien zu tun? Der argentinische Präsident Javier Milei, Freund und Vorbild von AfD und ZENTRUM, ist aktuell dabei, seine Kettensäge ans Arbeitsrecht anzulegen: Streikrecht einschränken, Gesetze für Einstellungen und Entlassungen zugunsten der Unternehmen und zulasten der Arbeiter „flexibilisieren“, Abfindungen drastisch kürzen oder besser abschaffen, die automatische Verlängerung von Tarifverträgen beseitigen und die tägliche Arbeitszeit wieder auf 12 Stunden (!) verlängern – und das ist nur ein Teil des Horrorkatalogs.
Kein Kollege, keine Kollegin kann so eine Politik ernsthaft unterstützen. Keine Stimme für das Bündnis freie Betriebsräte!
Am 19. Dezember 2025 waren in Buenos Aires schon Tausende gegen die geplanten Angriffe der Milei-Regierung auf der Straße und die Gewerkschaften bereiten sich auf weitere Kampfmaßnahmen vor. Richtig so – und das sind im übrigen unsere Freunde!