Venezuela
Keine Feierlichkeiten, sondern Demonstrationen gegen das Vorgehen der USA
In den Medien wird offensichtlich ein sehr einseitiges Bild von der derzeitigen Situation in Venezuela und der Meinung und Stimmung unter der venezolanischen Bevölkerung vermittelt. Meine Kontakte aus Venezuela können Freudesfeiern über den Angriff der USA und die Entführung Maduros zumindest nicht bestätigen ...
So schreibt Wilmer aus Venezuela: "Gestern gab es Demonstrationen auf den Straßen, bei denen die Rückkehr des Präsidenten und seiner Frau gefordert wurde. Auch habe ich gestern pro-regierungsfreundliche Demonstrationen gesehen. Auch viele Menschen, die angesichts der angespannten Lage in Geschäfte gehen, um sich mit Lebensmitteln und Kraftstoff für ihre Fahrzeuge zu versorgen. ...
Die Bevölkerung, die die Aktion der USA unterstützen könnte, ist nicht auf die Straße gegangen, um zu demonstrieren. Ich glaube, dass es gestern einerseits Spannungen wegen der Möglichkeit einer erneuten Attacke gab und andererseits, obwohl der Präsident entführt wurde, keine Spaltung der Staatsgewalten zu spüren ist. Das ist für sie dann offenbar auch kein Anlass zum Feiern, da die Ausübung der Macht unverändert weitergeht."
Ein Korrespondent aus Caracas schreibt: "In Caracas und im ganzen Land gibt es keine Feierlichkeiten, sondern Demonstrationen gegen das Vorgehen der USA. Die Einwohner sind ruhig, aber sehr gespannt, was die weiteren Entwicklungen angeht."